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Thursday, October 19, 2017
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Innovation – Exnovation

Über Prozesse des Abschaffens und Erneuerns in der Nachhaltigkeitstransformation

"Ökologie und Wirtschaftsforschung"  · volume 99

229 pages ·  19.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1164-6 (November 2015 )

 
 
Das Zauberwort Innovation beherrscht nicht nur die öffentlichen Debatten über nachhaltige Entwicklung, sondern auch den wissenschaftlichen Diskurs um gesellschaftliche Nachhaltigkeitstransformation. Das Antonym Exnovation, d.h. die Abschaffung von Altem, ist dagegen kaum gebräuchlich und nur unzureichend elaboriert. Ohne begleitende Exnovationen haben Innovationen aber lediglich additiven Charakter: Sie führen oftmals zu einem Mehr an Produktion und Konsum, mithin zu einer Verschärfung ökologischer Probleme. In manchen Bereichen scheint gar das ersatzlose Streichen unhaltbarer Produktionsweisen und Konsumpraktiken angesagt, also Exnovation ohne Innovation. Höchste Zeit also, Prozesse des Abschaffens stärker in den Blick zu nehmen und den Begriff der Innovation einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Entstanden aus einer Tagung der Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie erschließt der vorliegende Band aus vielfältigen disziplinären Perspektiven das Forschungsfeld.

Cordula Kropp
Exnovation - Nachhaltige Innovationen als Prozesse der Abschaffung


Innovation revisited

Michael Kunkis
'Innovation' aus einer sozial-ökologischen Perspektive

Jiska Gojowczyk
Isomorphe Innovation: Umweltmanagement in Evangelischen Landeskirchen in Deutschland

Franziska Engels
Doppelte Komplexität von Mobilitäts- und Energiewende Wirtschaftsunternehmen als Akteure der ko-evolutionären Transformation


Innovation und Exnovation in Governance-Perspektive

Martin David
Fundamente von Exnovations-Governance im Transformationsdiskurs. Ein erster disziplinübergreifender Literaturvergleich

Daniel Belling
Normative Innovationen: Umweltstandards als Wettbewerbsvorteil

Sophia Alcantara, Sandra Wassermann
Initiierung und Begleitung sozialer Innovations- und Exnovationsprozesse im Rahmen von Stadtteilaktivitäten zur Energiewende


Innovation und Exnovation im (individuellen) Umwelthandeln

Martin Schweighofer, EnergyCultures Research Group Zeppelin Universität Friedrichshafen
Die Elimination sozialer Praktiken. Eine Herausforderung auf dem Weg zu suffizienten Alltagskulturen

Amrit Bruns
Motive und Hemmnisse künftigen Stromverbrauchverhaltens

Maximilian Schmies, Maria Seewald
Psychologische Glückspotentiale in der Suffizienz. Ein positiver Beitrag zum Kulturwandel

Sebastian Johann
Energieeffizienz bei Wohngebäuden - (k)ein Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik

Franziska Vaessen, Sarah Schmitz, Lenard Gunkel, Moritz Boddenberg
Solidarische Landwirtschaft. Eine soziale Innovation im Spannungsfeld gesellschaftlicher Veränderungsprozesse


Ein Blick über den Tellerrand der Nachhaltigkeitsforschung

Alexander Kleinschrodt
Lärmschutzpolitik im Spannungsfeld von Innovation und Exnovation

Luise Tremel
Logiken des Aufhörens Was sich aus dem historischen Fall der Sklaverei lernen lässt
P.S., 1/2016, S. 16-17 ()

"In der Reihe "Ökologie und Wirtschaftsforschung" ist als Band 99 (!) die Dokumentation einer Tagung erschienen, welche die Nachwuchsgruppe Umweltsoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie durchgeführt hat. Thema: "Innovation - Exnovation". Klingt der zweite Begriff neu? Präzis da liegt das Problem! Von allen Seiten wird andauernd nach Innovationen gerufen, nicht zuletzt als Win-Win-Weg hin zu einem grünen Wachstum. Und die Kehrseite der Medaille? Wer nur die "Einführung des Neuen" propagiert, ohne an die "Ausführung des Alten" zu denken, "verschleiert aber den Blick auf die Komplexität vieler Veränderungsprozesse, mit denen sich moderne Gesellschaften momentan konfrontiert sehen." Hier geht es zum Beispiel um die halbwegs bekannten Rebound-Effekte: Was an Energie oder Material eingespart wird, wird zumeist durch Mehrkonsum egalisiert oder übertroffen. Aber auch seltsame Halbheiten etwa beim Lärmschutz, die grosse Differenz zwischen ein bisschen mehr Bio und einer solidarischen Landwirtschaft werden gezeigt. Bei den "Logiken des Aufhörens", welche Luise Tremel zum Schluss mit Bezug auf den historischen Fall der Sklaverei anspricht, besteht in der sich gern grün gebenden Konsumgesellschaft sicher Innovationsbedarf.

Attraktiv und ermutigend wirkt der Beitrag von Maximilian Schmies und Maria Seewald. "Psychologische Glückspotentiale in der Suffizienz" mag als Titel abgehoben tönen; der Inhalt ist es nicht. Es geht um unseren Alltag, ums Konzipieren von Alternativen und um entsprechendes Tun mit Breitenwirkung. Denn "im Rahmen einer demokratischen und freiheitlichen Grundordnung" lassen sich reduktive Lebensstile kaum mit moralischen Geboten oder gesetzlichem Zwang durchsetzen. Um den nachhaltigen Wandel "hin zu ressourcenschonenden Lebens- und Wirtschaftsweisen" zu schaffen, muss er von einer Vielzahl gesellschaftlicher Milieus als erstrebenswerter Weg wahrgenommen werden. Nicht zuletzt ist schrittweise vorzuführen, dass es "einen Ausweg aus der Tretmühle der steigenden Bedürfnisse" gibt. Den beiden Schreibenden ist das aktive Engagement im alternativen Milieu anzumerken; ihre "noch unveröffentlichte Masterarbeit" bringt dazu hoffentlich bald mehr."




the authors
Gerolf Hanke
Gerolf Hanke ist in den Vorständen der Vereinigung für Ökologische Ökonomie sowie des Fördervereins Wachstumswende e.V. tätig. Hanke hat bis 2012 in Freiburg im Breisgau Soziologie, Biologische Anthropologie und Europäische Ethnologie studiert. [more titles]
Dr. Marco Sonnberger
hat an den Universitäten Heidelberg und Stuttgart Soziologie sowie Politikwissenschaft studiert. Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart beschäftigt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen sozialwissenschaftliche Energie- und Mobilitätsforschung, Rebound-Effekte, nachhaltiger Konsum sowie Lebensstilforschung.
Annika Arnold
Annika Arnold hat an den Universitäten Konstanz und Oslo Soziologie studiert und arbeitet derzeit am Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kommunikationsforschung, Kultursoziologie und gesellschaftliche Transformation. Ihre Dissertation befasst sich mit den Strukturen von Narrativen in der Klimawandeldebatte.
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  • "Attraktiv und ermutigend" ...
    P.S., 1/2016, S. 16-17 more...
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