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Friday, December 9, 2016
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Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit

"Jahrbuch Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik"  · volume 9

280 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-834-3 (March 2011 )

 
 

In den letzten 200 Jahren ist das System menschlichen Wirtschaftens im Vergleich zum globalen Ökosystem relativ groß geworden. Rückwirkungen menschlichen Wirtschaftens auf die Umwelt, welche wiederum die Bedingungen des Wirtschaftens verändern, sind weder örtlich noch zeitlich abgrenzbar: Klimawandel und Ressourcenkrisen beruhen auf globalen, irreversiblen Dynamiken und sprengen Grenzen des Kontrollierbaren. Für die Methodik der angewandten Ökonomik spielt hingegen die Abgrenzbarkeit von Problemen eine große Rolle. Das Klima- und Ressourcenproblem bedeutet aus diesen Gründen eine historische Herausforderung für die Ökonomik als Gesellschaftstheorie und als theoretische Basis für politische Praxis. Denn bei den Mechanismen der Klima- und Ressourcenpolitik geht es auch um die institutionelle Neugestaltung im Großen, nicht um kleine Reformen innerhalb bestehender Institutionen.

Was ist angesichts dieser Herausforderungen zu tun? Das Jahrbuch 9 versammelt Beiträge, die sich sowohl der theoriestrategischen als auch der praktischen Seite dieser Herausforderungen annehmen. Sie differenzieren dabei die verschiedenen Ebenen des institutionellen Umgangs mit ökologischer Nachhaltigkeit.



  • Richard Sturn
    Die Natur der Probleme - Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
  • Bernd Meyer
    Ressourcenproduktivität und Klimaverträglichkeit - Instrumentenwahl und ihre Wechselwirkungen
  • Werner Güth und Hartmut Kliemt
    Sozial-ökologische Dilemmata und ihre experimentelle Analyse
  • Hans-Peter Weikard
    Towards a global climate constitution
  • Achim Schlüter und Björn Vollan
    Ohne Moral keine Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit - eine empirische Untersuchung anhand eines Marktes, der sich auf Moral verlässt: Blumen zum Selbstschneiden
  • Frank C. Krysiak
    Nachhaltigkeit, Risiko und Diskontierung
  • Rudolf Dujmovits
    Ökonomik der ökologischen Nichtnachhaltigkeit - die Logik erschöpfbarer Ressourcen und die Fallstricke des technologischen Optimismus
  • Hans Christoph Binswanger
    Die Wachstumsspirale in der Krise - Ansätze zu einer nachhaltigen Entwicklung
  • Adelheid Biesecker, Sabine Hofmeister und Irmi Seidl
    Ökonomie und Naturnutzung: Erneuerbare Energien - Produktivität und Reproduktivität von Natur und Ökonomie
  • Christian Pfeifer
    Ökologische Nachhaltigkeit und Arbeitsmärkte
  • Ekkehard Hofmann
    Nachhaltigkeit im Recht der WTO - Bestandsaufnahme, Entwicklungsmöglichkeiten, Grenzen
  • Kerstin Odendahl
    Bestrebungen zur Gründung einer Weltumweltorganisation - aus der Sicht eines juristisch kohärenten Institutionensystems
  • Die Autorinnen/Die Autoren



"Der Anwendungshorizont moderner Ökonomik", schreibt Sturn einleitend, "ist leistungsfähig im Hinblick auf relativ kleine, partial abgrenzbare, effizienztheoretisch lösbare Probleme" (34). Die globalen Klimaveränderungen und Ressourcenverknappungen hingegen stellen die Disziplin vor große Herausforderungen, da es sich hierbei um umfassende Problemlagen mit komplexen Wechselwirkungen in langfristiger Perspektive handelt. Die Leistungen und Grenzen der Ökonomik in ihrer politikberatenden Rolle im Themenfeld ökologischer Nachhaltigkeit auszuloten und Ansatzpunkte zur Überwindung ihrer Defizite aufzuzeigen, ist das Ziel dieses Jahrbuchs, das im Wesentlichen aus einer Veranstaltung an der Akademie Tutzing im März 2009 resultiert. In den Beiträgen geht es um forschungsstrategische und theoretische Fragestellungen sowie um institutionelle Aspekte von Nachhaltigkeit. Kritik erfährt die gegenwärtige umweltpolitische Diskussion, die sich einseitig auf die Reduzierung von CO2-Emissionen beschränkt, dafür aber neue Probleme schafft, wie Bernd Meyer darlegt. Seiner Meinung nach müsse parallel "das Ziel der Vermeidung des Ressourcenverbrauchs" (59) verfolgt werden. Hans Christoph Binswanger setzt sich mit dem Wachstumszwang kapitalistischer Marktwirtschaften auseinander und unterbreitet Vorschläge zur Reform des Geldsystems und des Unternehmensrechts. Er plädiert für eine Aufwertung des Stiftungs- und Genossenschaftsgedankens, da die Aktiengesellschaft "mit ihrer hohen Spekulationsanfälligkeit und ihrem immensen Wachstumsdrang nicht (mehr) den heutigen Erfordernissen entspricht" (199). Ekkehard Hofmann deckt Asymmetrien zulasten des Umweltschutzes im WTO-Recht auf. Abhilfe könne seiner Meinung nach die Gründung einer Weltumweltorganisation schaffen. Diese Ansicht teilt auch Kerstin Odendahl, die derartige Bestrebungen aus juristischer Sicht betrachtet. Nach der Bedeutung der Moral für eine Politik der Nachhaltigkeit fragen Achim Schlüter und Björn Vollan. Sie stellen die Ergebnisse einer kleinen empirischen Studie vor und gelangen zu der Erkenntnis, dass "bei der Regulierung von Umweltproblemen nicht ausnahmslos auf (monetäre) Anreize gesetzt werden darf" (124).


the authors
Dr. Martin Held
Martin Held Studienleiter für Wirtschaft und Nachhaltige Entwicklung an der Evangelischen Akademie Tutzing. [more titles]
Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke
Gisela Kubon-Gilke Professorin für Ökonomie und Sozialpolitik an der Evangelische Hochschule Darmstadt. [more titles]
Prof. Dr. Richard Sturn
Richard Sturn geb. 1956, ist seit 1997 Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Graz und seit 2004 Forschungsdekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. [more titles]
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