Willi Sieber
15 Seiten · 4,83 EUR
(April 2008)
Aus der Einleitung:
Volkslieder kommen schnell zur Sache, bringen ihr Anliegen rasch auf den Punkt. Kein langes Herumgeschwafel, sondern Klartext. Nur zwei prägnante Zeilen, dazu ein unter- und lautmalender Jodler, und schon wissen wir, worum es geht.
Nämlich: Beim Essen und Trinken schwingt Lust mit, eine erotische Komponente wohl auch („schlofn derfst a bei mir…“). Weil sich der Leib wohl fühlt, geht’s auch der Seele gut, wie schon der Volksmund wusste: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Essen und Trinken, weil es schmeckt, weil es angenehme Gefühle weckt, weil es zum (guten) Leben gehört.
Ernährung klingt da schon wesentlich dröger. Mehr nach Pflicht als nach Kür, mehr nach Ernst des Lebens als nach Genuss. Ernährung muss sein zur Verstoffwechslung, um Energie für den harten Alltag zu gewinnen. Ernährung muss gesund sein, damit Mensch gesund bleibt. Ernährung muss sein, weil sie das (Über-)Leben ermöglicht. Ernährung ist ein hartes Brot. Ernäh128Darf denn Essen und Trinken auch Spaß machen und Genuss gewähren? Und was hat das mit Region und Kultur und Identität zu tun? Es folgt ein Annäherungsversuch.