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Dienstag, 22. Mai 2012
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Konturen konstruktivistischer Ökonomik
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Gebhard Rusch

Konturen konstruktivistischer Ökonomik

20 Seiten · 5,57 EUR
(Dezember 2005)

 
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Aus der Einleitung:

Seit mehr als 25 Jahren gewinnt systemisch-konstruktivistisches Denken zunehmend Einfluss auf die Sozial- und Kulturwissenschaften. Dabei stammen aus den Wirtschaftswissenschaften selbst, vor allem aus der St. Gallener Schule, maßgebliche Beiträge zum ganzheitlichen Denken, zur systemischen Analyse und zum Wandel von Organisationen. Längst sind Begriffe wie Selbstorganisation, Wirklichkeitskonstruktion, oder kognitive Autonomie zu Termini in zahlreichen Disziplinen, insbesondere in der Managementlehre, in der Unternehmenstheorie und selbst in der Wirtschaftspraxis geworden. Angesichts dieser Entwicklung erscheint es gerechtfertigt, nach den Spezifika systemisch-konstruktivistischer Sichtweisen auf die Unternehmung, die Unternehmenskultur, die Wirtschaftsethik, den Wandel und die Innovation, die Irritation und die Steuerung zu fragen. Der vorliegende Band unternimmt den Versuch, diese Orientierungen in einer ersten Näherung als Grundlinien einer Konstruktivistischen Ökonomik zu bestimmen und exemplarisch sowohl anhand wirtschafts- und unternehmenstheoretischer Grundfragen als auch im Hinblick auf Theorie und Praxis des Management und Marketing zu diskutieren.

Die Thematik hat allerdings einen eigenen meta- und objekttheoretischen Charme. So müsste man z.B. fragen, wie relativ eine Position ist, die die Relativität von Beobachterstandpunkten und -perspektiven postuliert? Man müsste weiter fragen, was Beobachter tun und – vor allem – wie sie das tun (können), was sie tun? Und schließlich müsste man fragen, ob es nicht paradox ist, für eine Position, die Wirklichkeit als Konstrukt von Beobachtern beschreibt, empirische Relevanz zu postulieren? Fragen wie diese begleiten den konstruktivistischen Diskurs seit seinen Anfängen. Und trotz – oder vielmehr gerade wegen der seither zahlreichen und zum Teil sehr widersprüchlichen Antworten, muss jeder Beitrag zum konstruktivistischen Diskurs sich neu zu diesen Grundfragen verhalten. Nicht, um zu höherer Ambiguitäts- bzw. Paradoxietoleranz zu motivieren, sondern um Gelegenheiten und Chancen zur Weiterentwicklung zu suchen oder zu wahren.

Drei solcher Gelegenheiten bieten sich im Kontext unserer Thematik an, nämlich (1) die Weiterentwicklung des Konstruktivismus als erfahrungswissenschaftliches Programm, (2) die weitere Klärung des Verhältnisses von Beobachter und System bzw. Beobachter- und Systemtheorie, sowie (3) die Verbreiterung der Basis von Anwendungen und Beispiellösungen konstruktivistischen Denkens und Forschens. ...


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Konstruktivistische Ökonomik
Gebhard Rusch (Hg.):
Konstruktivistische Ökonomik
Der Autor
Prof. Dr. Gebhard Rusch
Gebhard Rusch Professor am Institut für Medienforschung der Universität Siegen. [weitere Titel]