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Monday, December 18, 2017
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Kritik der Neoklassik als Grundproblem der Wirtschaftsethik
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Kritik der Neoklassik als Grundproblem der Wirtschaftsethik

12 pages · 2.45 EUR
(September 2006)

 
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Aus der Einleitung:

In den Sozialwissenschaften hat die Ökonomik allmählich den Status einer normativen Grundlagendisziplin gewonnen, etwa als ökonomische Theorie der Demokratie. Während Soziologie und Politologie ihre normativen Ansprüche reduzierten, bspw. „kritische Theorie der Gesellschaft“ sein zu wollen, vertritt die Ökonomik präskriptive bzw. normative Ansprüche mit wachsendem Selbstbewusstsein auch in Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie. Dies gründet sich auf die Auffassung, die Ökonomik sei ein approach, der sich beinahe überall anwenden lasse, wo Entscheidungen unter Knappheitsbedingungen getroffen werden müssen. Nahezu vergessen sind dagegen Diskurse, in denen die Ökonomik auf hohem Niveau kritisch reflektiert wurde. Vielen heutigen Studierenden der Ökonomik würde die Aussage befremdlich vorkommen, die Neoklassik sei ein überholtes und widerlegtes Paradigma.

Gegenwärtig stellt sich angesichts der wachsenden Bedeutung ökonomischen Denkens mit Dringlichkeit die Frage, um welche Art von Disziplin es sich bei der Ökonomik eigentlich handelt und welche Ansprüche von dieser Disziplin erhoben werden (und welche nicht). Dies ist eine zugleich wissenschaftstheoretische und wirtschaftsethische Fragestellung. Sie ist wissenschaftstheoretisch, da diese Fragestellung sich mit der Entstehung und mit den Grundlagen der Ökonomik befasst, die im üblichen ökonomischen Kalkulieren und Modellieren (etwa bei Kosten- Nutzen-Analysen) naiv vorausgesetzt werden (müssen). Es handelt sich darüber hinaus um eine wirtschaftsethische Frage, weil die Ökonomik offenkundig auch eine präskriptive Dimension aufweist und die Reflexion dieser Dimension in das Gebiet der Ethik im weiteren Sinne fällt. Es erscheint uns sinnvoll, folgende vier Ebenen der Wirtschaftsethik zu unterscheiden: − Mikroebene: Verhalten als Arbeiter, Unternehmer oder Konsument − Mesoebene: Unternehmensethik − Makroebene: Institutionelle Rahmenbedingungen des Wirtschaftssystems − Theorieebene: Kritik der ökonomischen Theorien.

Auf den ersten drei Ebenen ist im Kontext von applied business ethics viel gearbeitet worden. Die Theorieebene wurde dagegen vernachlässigt. Wirtschaftsethik auf der Theorieebene als eine reflexive und immanente Kritik der normativen Gehalte der Mainstream-Mikroökonomik („Neoklassik“) halten wir für die „systematisch erste und wichtigste Aufgabe moderner Wirtschaftsethik“. Kritische Rekonstruktion ist per se noch keine Widerlegung oder gar die Präsentation einer Alternative. Sie ist aber eine notwendige Bedingung für beides.


quotable essay from ...
Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft
Thomas Dürmeier, Tanja v. Egan-Krieger, Helge Peukert (Hg.):
Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft
the authors
Prof. Dr. Konrad Ott
Konrad Ott

seit 1997 Professor für Umweltethik an der Universität Greifswald. Seit 2000 Mitglied des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen.

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Tanja v. Egan-Krieger
Tanja v. Egan-Krieger

promoviert bei Konrad Ott / Peter Ulrich über die Normativität in den Wirtschaftswissenschaften (Universität Greifswald); Mitglied beim AK Postautistische Ökonomie e.V., beim wissenschaftlichen Beirat von attac und beim Forum Ethik & Nachhaltigkeit.

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