Reinhard Pirker und Hermann Rauchenschwandtner
50 Seiten · 8,08 EUR
(November 2009)
Aus der Einleitung:
Bisher wurde der Bereich der heterodoxen Ökonomie erörtert und die praktischen Aufgaben wurden diskutiert. In der Analyse sozioökonomischer Gegenstände angesichts kultureller, historisch veränderlicher Kontexte und der damit verbundenen praktischen Strategien besteht die Aufgabe der heterodoxen ökonomischen Theoriebildung. Aber ist damit jede Kenntnisnahme formaler orthodoxer ökonomischer Modelle verabschiedet? Droht hier nicht auch ein Dogmatismus? Um somit nochmals das Eigenrecht von Institutionen, sozialen Kontexten in Relation zu ökonomischen Fragestellungen darzulegen, wird im Abschluss des Bandes in dem Beitrag „Krisis und Kritik der orthodoxen Ökonomie und die epistemologische Konstitution der heterodoxen Ökonomie“ die mathesis universalis der orthodoxen Ökonomie kritisch hinterfragt. Im Durchgang durch den Formalismus der orthodoxen Ökonomie wird zuletzt die fundamentale Bedeutung der historischen Zeit, der Institutionen, einer angemessenen sozialen Handlungstheorie auf Basis des Habitus nachgewiesen. Ausgehend vom Grundlagenstreit in der Mathematik um 1900 im Hinblick auf eine mögliche logische Fundierung der Mathematik oder eine mathematische Fundierung der Logik werden die lebensweltlichen, also historischen und sozialen Bezüge der Mathematik offengelegt. So werden in erster Linie nicht die Bezüge der Ökonomie zur Mechanik, sondern zu der selbst der Mechanik übergeordneten Denkform der Mathematik diskutiert. Erkenntniskritisch werden zudem Überlegungen zu einer ontologischen Fundierung der Ökonomie im Rahmen des Kritischen Realismus gegen einen ökonomischen Formalismus dargelegt, wobei auch die Positionen des Kritischen Realismus überprüft werden, um über die Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche urteilen zu können. Es zeigt sich, dass hierbei ebenso die Auseinandersetzung mit den sozialen Ungleichgewichten, Widersprüchen und Machtverhältnissen für die ökonomische Theorie unverzichtbar ist.