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Friday, July 29, 2016
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Lebenslagen – Beiträge zur Gesellschaftspolitk

Jubiläumsschrift zum 50jährigen Bestehen des Instituts für beratende Sozial- und Wirtschaftswissenchaften – Gerhard-Weisser-Institut

557 pages · 38.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1162-2 (November 2015)

Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen

 
lieferbar in stock
 

Description

Der Sammelband zum 50jährigen Jubiläum des "Gerhard Weisser-Instituts" informiert über dessen Geschichte und nimmt die gegenwärtige sozial- und gesellschaftspolitische Diskussion zum Anlass, Gerhard Weissers sozialpolitisches Konzept der Lebenslagen in Hinblick auf seine Aktualität zu prüfen. Beiträge zu den Themen Armut, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Mitbestimmung, Gemeinwirtschaft, Verbraucher und Konsumenten beziehen sich auf die die Lebenslage im Ganzen bestimmenden Teilbereiche und deren politische Gestaltung.

Inhalt

W. Glöckner, W. Mudra, H. Romahn
Rückblick auf 50 Jahre Institutsgeschichte des "Weisser-Instituts"

W.W. Engelhardt
Grundlagen wissenschaftlicher Sozialpolitiklehre

F. Fürstenberg:
Strukturwandel der Arbeitsqualifikation und ihrer Vermittlung

G. Naegele
Lebenslagen im Alter in Zeiten demographischen Wandels

O. Leßmann
Lebenslage, Capability Set, Teilhabe - Spielraum bei neuen Konzeptionen von Ungleichheit

N. Reuter
Die Eurokrise - Folge zunehmender Ungleichheit?

W. Schönig
Armutstheorien und ihre sozialpolitischen Konsequenzen

D. Engels
Lebenslage und gesellschaftliche Inklusion

R. Zimmer-Hegmann
Räumliche Aspekte der Sozialen Frage

R. Heinze, J. Hilbert
Der sozio-ökonomisch-technische Wandel als Herausforderung und Chance für eine zukunftsfähige Soziale Gesundheitswirtschaft

A. Lang, S. Schmidt
Zukunft der medizinischen Rehabilitation

G. Danner
Subsidiaritätsbewahrung im Sozialschutz als Aufgabe der Europapolitik

C. Gödecke
Migration, Teilhabe und Integration durch Bildung

K. Klemm, H.-G. Rolff
Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit - Wortspiele oder Gesellschaftspolitik?

M. Hanschmidt, P. Petrak
Demographischer Wandel

M. Krüger-Charlé, K. Rolff
Kein Abschluss ohne Anschluss

U. Engelen-Kefer
Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik - Inklusion statt Hartz IV

M. Helfen, J. Sydow
Mehr-Arbeitgeber-Beziehungen in der dt. Automobilindustrie

A. Boes, T. Kämpf, T. Lühr, A. Ziegler
Über die Bedingungen kollektiver Interessenvertretung in der digitalen Arbeitswelt

D. Löhr
Gemeinwirtschaft im Wandel der Zeit

R. Heinze
Sozialwirtschaft und Wohlfahrtssysteme

K. Weishaupt
Wissensteilung in der share economy: die Funktion von Bibliotheken und aktuelle Trends

H. Steffens
Verbraucherpolitik als Stärkung der Selbsthilfe

Ch. Liedtke, J. Buhl
Wer sind die Verbraucher? - von der Un/Mündigkeit bis zum Management komplexer Systeme

D. Rehfeld
Die Rolle angewandter Wirtschafts- und Sozialforschung auf dem Weg zu einer neuen Gesellschaftspolitik

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"Die Herausgeber wollen einen Beitrag zu einer "neuen Gesellschaftspolitik" (548) leisten, die "nach selbstbestimmten, politisch, sozial und wirtschaftlich handelnden Menschen fragt, die ihre Gesellschaft gestalten" (549). So schreibt es Dieter Rehfeld in seinem abschließenden Fazit. In diesem Sinne ist der analytische Fokus der Beiträge vor allem auf die Situation sozial schwacher oder gefährdeter Personen gerichtet, während die Autor_innen gleichzeitig den Anspruch erheben, konkrete Vorschläge zur Veränderung dieser Situation anzubieten. Ein zentrales Konzept ist dabei der Lebenslagen‑Ansatz Gerhard Weissers. Lebenslage wird definiert als "Spielraum, den die äußeren Umstände dem Menschen für die Erfüllung der Grundanliegen bieten" (91), wie Ortrud Leßmann in ihrer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Konzept ausführt. In insgesamt sieben Abschnitten, die jeweils durch ein die einzelnen Beiträge und das Thema vorstellendes Kapitel eingeleitet werden, kommen die unterschiedlichen Dimensionen der Lebenslage und damit unterschiedliche politische Felder in den Blick. Während etwa die Bedingungen der Arbeitswelt im Kontext neoliberaler Deregulierungs‑ und Prekarisierungstendenzen untersucht werden, wird der Wandel im Bildungs‑ und Gesundheitsbereich dahingehend befragt, wie er die Teilhabe‑ und Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen beeinflusst. Gemein ist den Beiträgen, dass sie sich gegen ein positivistisches Wissenschaftsverständnis wenden, das die eigenen Annahmen verschleiert und seine potenziellen Implikationen negiert. Gefordert wird stattdessen eine normative Sozialwissenschaft, die "ihre Ausgangs‑ und Bezugspunkte explizit macht" (551). Dahingehend stellt etwa Werner Schönig in seinem Beitrag makro‑ und mikroökonomische Armutstheorien gegenüber, um zu zeigen, dass die darin formulierten Kausalitätsvermutungen zugleich spezifische politische Handlungsoptionen enthalten. Der anlässlich des 50‑jährigen Bestehens des Gerhard Weisser‑Instituts herausgegebene Band kann als eine umfassende und engagierte Analyse sozialer Ungleichheit (in Deutschland) gelesen werden."


the authors
Hajo Romahn
Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomik, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für beratende Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – Gerhard Weisser-Institut. [more titles]
PD Dr. Dieter Rehfeld
Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen, Institut Arbeit und Technik, Gelsenkirchen, Mitglied des Instituts für beratende Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – Gerhard Weisser-Institut. [more titles]
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