Eckhard Hein
34 Seiten · 7,40 EUR
(August 2005)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Die Arbeiten von Michal Kalecki gelten als eine wesentliche Grundlage der post-keynesianischen Forschungsrichtung. Eckhard Hein untersucht daher die Rolle der Lohnpolitik in der Preis- und Verteilungstheorie Kaleckis und diskutiert die Wirkung von Verteilungsänderungen in den Grundmodellen der neueren kaleckianischen Verteilungs- und Wachstumstheorie. Während die funktionale Einkommensverteilung im kaleckianischen Ansatz wesentlich durch den Monopolgrad – und zusätzlich durch das Verhältnis von Material- zu Lohnstückkosten – bestimmt wird, hängt das Aktivitätsniveau und damit die Höhe des Einkommens, der Profite und der Beschäftigung bei gegebener Sparneigung aus Profiten wesentlich von den privaten Investitionen ab. Voraussetzung für diese Dualität ist, dass die Ökonomie kurz- und langfristig durch Unterbeschäftigung und Unterauslastung der Produktionskapazitäten gekennzeichnet ist. Gewerkschaftliche Lohnpolitik beeinflusst direkt die Nominallöhne und bei gegebener oder einem exogenen Trend folgender Arbeitsproduktivität die nominalen Lohnstückkosten. Veränderungen der Lohnstückkosten beeinflussen wesentlich das Preisniveau, haben auf unterschiedlichen Wegen aber auch einen Einfluss auf die funktionale Einkommensverteilung. Die Wirkungen von Verteilungsänderungen auf Investitionen und Wachstum hängen in den kaleckianischen Modellen dann von der unterstellten Akkumulationsfunktion ab. Nimmt man einen zentralen Einfluss der (erwarteten) Profitrate auf die Investitionsentscheidungen an und berücksichtigt, dass die Profiterwartungen nicht nur vom Auslastungsgrad, sondern auch von der Lohnstückkostenentwicklung abhängen, so hat eine Umverteilung zugunsten der Lohneinkommen nur unter bestimmten Bedingungen einen expansiven Effekt. Je nach Parameter-Konstellation in der Akkumulations- und in der Sparfunktion des Modells sind sowohl ‚wage-led-growth‘- als auch ‚profit-led-growth‘-Regime möglich.