sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Thursday, October 19, 2017
 welcome page » policy  » education policy 
download size:
approx. 184 kb

"Marktismus" oder öffentliche Verantwortung in der Weiterbildung?

23 pages · 4.13 EUR
(September 2004)

 
I agree with the terms and conditions, especially point 10 (only private use, no transmission to third party) and accept that my order cannot be revoked.
 
 

Aus der Einleitung:

Unter dem Stichwort ?Lebenslanges Lernen? ist besonders die berufliche Weiterbildung zu einem Schwerpunkt der Diskussion über Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Technologie- und Bildungspolitik geworden. Hintergrund für Umfangs- und Bedeutungswachstum sind durch technisch-ökonomische, demographische und kulturelle Impulse ausgelöste Umbrüche in der Arbeitswelt, wie: Globalisierung von Produkten, Märkten und Finanzströmen, Strukturwandel durch die Informationstechnologie, Dynamik des Beschäftigungssystems, Entwicklung hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Mehr denn je entscheidet berufliche Weiterbildung mit über Sicherheit des Arbeitsplatzes, Qualität der Arbeit, berufliche Karrierechancen. Umfang und Qualität bestimmen nachhaltig fast alle Lebensperspektiven. Die Teilhabe an Weiterbildung ist zu einer sozialen Frage geworden: Ausschluss beschränkt Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten.

Damit rückt aber auch die zukünftige Gestaltung des Systems ins Zentrum der politischen Diskussion. Als Pole stehen sich gegenüber ein System lebenslangen Lernens auf der einen Seite, das auf normative Verpflichtung des einzelnen und Konkurrenz setzt und ein solidarisches, soziales System auf der anderen Seite, das allen mehr Lernmöglichkeiten durch die Gestaltung von Rahmenbedingungen eröffnet und individuelle Freiheit und soziale Sicherheit verbindet.

So sehr über das Konzept des lebenslangen Lernens Konsens herrscht, so sehr scheiden sich in der Umsetzung die Geister. Wenn Weiterbildung nicht dem Markt und dem Belieben privater Interessen überlassen werden soll verbunden mit der Exklusion derjenigen, die den Preis für die Ware als Wesensmerkmal des Marktgeschehens nicht bezahlen können, dann sind neue Gestaltungskonzepte gefragt. Sie sollten:

- lebenslanges Lernen ermöglichen, das heißt Teilnahme fordern,

- gleiche Zugangschancen gewähren, das heißt Hemmnisse ausräumen

- und eine Bildungsoffensive befördern.

Wer über neue Wege redet, muß sich auch über die Realität des bestehenden Systems Gedanken machen, das dahinter stehende Gesellschaftskonzept und Zukunftsentwürfe. Wir werden deshalb in dem folgenden Beitrag erstens Diffusität und Intransparenz der Weiterbildung beschreiben. Wir werden zweitens und drittens exemplarisch ein neoliberales Finanzierungskonzept analysieren und ein alternatives Finanzierungsmodell vorstellen, weil Finanzierung neben Zeit eine entscheidende Bedeutung für Teilnahme zukommt, und wir werden viertens Strategien des Ausbaus der öffentlichen Verantwortung für ein System lebensbegleitenden Lernens erörtern.


quotable essay from ...
Wissensgesellschaft, Verteilungskonflikte und strategische Akteure
Dominik Haubner, Erika Mezger, Hermann Schwengel (Hg.):
Wissensgesellschaft, Verteilungskonflikte und strategische Akteure
the authors
Mechthild Bayer
Mechthild Bayer

Jg. 1953, Referentin für berufliche Bildung und Weiterbildung beim ver.di-Bundesvorstand.

Dr. Roman Jaich
Roman Jaich

Jg. 1960, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das European Institute for Globalisation Research.

[more titles]