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Monday, December 18, 2017
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Mythos Markt

Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie

452 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-751-3 (July 2009 )

Personen- und Sachregister

 
lieferbar this book is already released in a new edition
 

Die herrschende Wirtschaftskrise ist auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftslehre. Diese hat durch Jahre hindurch "den freien Markt" propagiert und mitgeholfen, eine wirksame Regulierung der Kapital- und Geldmärkte zu verhindern. Ein unregulierter Markt, so wurde gesagt, würde sich von selbst regulieren, effizient arbeiten und optimale Ergebnisse zum Wohle aller hervorbringen.

Der Glaube an DEN freien MARKT hat die Welt jahrzehntelang beherrscht. Er war die Leitideologie einer Kultur, die in eine globale Krise geschlittert ist. Die politischen und ökonomischen Eliten und die meisten Medien waren von ihm erfüllt. Andauernd wurden die Segnungen eines ungebremsten MARKTES verkündet, Privatisierung und Deregulierung gefordert, private Alterssicherungssysteme gepriesen, der Abbau des Sozialstaates begrüßt und weltweit "freier" Handel und "freier" Kapitalverkehr durchgesetzt. Im Glauben an DEN MARKT konnte das Finanzsystem ungezügelt wachsen und der Kapitalismus sich zu einem Finanz- oder Renditen-Kapitalismus wandeln. Der Glaube an DEN MARKT war die große Ideologie jener Phase des Kapitalismus, die zu einem jähen Ende gekommen ist. Um sie zu verstehen, müssen wir das Konzept DES MARKTES verstehen.

Der Begriff DER MARKT wird in diesem Buch als ideologischer Kampfbegriff verstanden, der zu manipulativen Zwecken erschaffen worden ist und als solcher immer noch verwendet wird. DER MARKT ist ein Propaganda-Begriff und kann als solcher exakt analysiert werden. Er weist auf eine fiktive Wirtschaft ohne empirischen Beleg. Was der Ausdruck DER MARKT besagen will, ist in der Realität nicht vorhanden. Es gibt keinen MARKT, ihn kann und wird es niemals geben.

Die wichtigste ökonomische Theorie mit der größten Breitenwirkung ist die neoklassische Mikroökonomie. Ihr Kern heißt allgemeine Gleichgewichtstheorie, - ein kompliziertes mathematisches Modell. Sein stärkster Einfluss geht über die Lehrbücher der Mikroökonomie. Sie haben weltweit fast überall den gleichen Inhalt. Nahezu alle, die eine höhere Ausbildung im breiten Feld der Wirtschaft erhalten, bekommen in ein oder mehreren Kursen die Grundzüge dieser Theorie vermittelt. Die wirtschaftliche Elite der ganzen Welt lernte und lernt mit ihrer Hilfe marktradikal zu denken.

Im Buch werden zwei Ebenen systematisch verbunden:

  • die Inhalte der Theorie, ihre sonderbaren Annahmen, ihre logischen Widersprüche und ihre mangelhafte Verankerung in der Realität, und
  • die Absichten der Erfinder, ihre politischen und ideologischen Wirkungen im Diskurs und ihren Einfluss auf die Gesellschaft.

In den Kapitel 3 bis 6 wird der Kern des Grundmodells der Mikroökonomie dargestellt. Es wird gezeigt, welche Schwachstellen jeder wichtige Begriff besitzt und wie dürftig die Schlussfolgerungen sind. Ziel ist es, kritischen Personen viele Argumente zu liefern, mit dem sie dem vermeintlich wissenschaftlichen Reden von DEM MARKT Paroli bieten können.

Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auch auf dieser Internetseite.

Wiener Zeitung, 25.8.2009 ()

"Wenn Wirtschaftswissenschaftler, Politiker, Ökonomen, Banker oder Journalisten über 'den Markt' reden - was stellen sie sich darunter vor? Nichts, was mit der Wirklichkeit zu tun hätte, meint der streitbare Autor. Ötsch hat eine große Begabung, die Hohlformen menschlicher Kommunikation bloßzulegen. Er schlägt den 'Marktradikalen' aufs Haupt und wirft ihnen vor, in einem erfolgreichen Propagandafeldzug Mythen zu verbreiten und das Menschliche aus der Welt zu vertreiben. Der Mensch komme bestenfalls als Kosten- oder Störfaktor vor. Marktradikale können über den Markt wie von einem System reden, dass man verstehen kann, ohne die soziale Dimension der Menschen oder die Kulturgeschichte untersucht zu haben, sagt Ötsch. Wer manchen Konzernchefs zuhört, wird ihm wenigstens zubilligen, eine wichtige Streitschrift verfasst zu haben. Einer ihrer Kernsätze lautet: 'Die Theorie des Marktes handelt nicht von Menschen, sondern von Automaten". Dabei bleibt es. Der Autor hatte nicht vor, eine Alternative aufzuzeigen."

NachDenkSeiten,11.8.2009 (www.Nachdenkseiten.de) ()

"Wir erleben derzeit das katastrophale Scheitern des Marktradikalismus und der Deregulierungsideologie. Es ist jetzt schon erkennbar, wer die Opfer für die ungeheuren Schulden tragen soll, die der Staat zur Rettung der Banken aber auch zur Stabilisierung der Wirtschaft aufbringen muss. Es werden die kleinen Steuerzahler und die staatlichen Transferempfänger sein. Eigentlich müssten jetzt die politischen Kräfte, die dem Staat eine steuernde Funktion im Wirtschaftsprozess zuerkennen, Zustimmung gewinnen und diejenigen, die den Marktradikalismus und das Aushungern des Staates propagierten, politisch in die Defensive geraten. Doch wenn man den Umfragen glauben darf, gewinnen solche Kräfte, wie etwa die FDP oder Wirtschaftsliberale wie Baron zu Guttenberg, die genau die wirtschafts- und gesellschaftspolitische Linie vertreten, die zur Katastrophe geführt hat, an Zustimmung. Paradoxie der Geschichte oder das Ergebnis von systematischer Meinungsbeeinflussung?

In einem neu erschienenen Buch "Mythos Markt" des österreichischen Ökonomen Walter Otto Ötsch vom Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenz der Johannes Kepler Universität Linz, habe ich eine interessante historische Aufarbeitung gelesen, wie schon in der Vergangenheit das Zusammenspiel von Marktradikalismus und Propaganda funktionierte und wie die öffentliche Meinung manipuliert wurde. Weil die Ideologie und die Methoden der Meinungsbeeinflussung auf die heutige Situation übertragbar sind, will ich aus den einschlägigen Kapiteln dieses Buches referieren und daraus einige Schlussfolgerungen auf die heutige Situation ableiten. ...

Die Lektüre von Mythos Markt lohnt sich allemal, vor allem die Kapitel über die Entstehungsgeschichte des Neoliberalismus und der Neoklassik, mit ihren zahlreichen Think-Tanks und ihrer Propagandamission sind aufschlussreich. Auch die Analyse der Metaphern und Bildern, die hinter den marktradikalen Vorstellungen stecken gehört zu den Glanzlichtern des Buches. Alles in allem eine faszinierende, wegen der verschiedenen Ansätze abwechslungsreiche und überzeugende Lektüre. Außerdem wäre es interessant die Rezeption des Buches in der USA zu sehen, wer den dortigen Diskurs ein bisschen kennt weiß, dass das marktradikale Denken noch viel mehr im Alltagsbewusstsein verankert ist als bei uns. Genau wie Ötsch beschreibt wird dort nämlich z.B. unter dem Begriff socialism fundamentalistisch alles bezeichnet vom Skandinavischen Sozialstaatsmodell bis zum Stalinistischen Terrorregime."




the author
Prof. Dr. Walter Otto Ötsch
Walter Otto Ötsch Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Volkswirtschaftslehre und ICAE - Institut for Comprehensive Analysis of the Economy, Universität Linz. [more titles]
known reviews by the publisher
  • Wiener Zeitung, 25.8.2009 more...
  • "Alles in allem eine faszinierende, wegen der verschiedenen Ansätze abwechslungsreiche und überzeugende Lektüre." ...
    NachDenkSeiten,11.8.2009 (www.Nachdenkseiten.de) more...
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