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Saturday, August 27, 2016
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Nach der Krise ist vor der Krise

Haben wir die richtigen Lehren gezogen und was bleibt zu tun?

Mit einem Vorwort des Wirtschaftsweisen Professor Peter Bofinger

233 pages · 19.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-843-5 (October 2010)

9 farbige Abbildungen

 
 

Description

Haben wir aus der Krise gelernt? Reichen die in die Wege geleiteten Reformen aus? Oder droht unserem Reformeifer auf halber Strecke die Luft auszugehen? Nach Ausbruch der Krise hat die internationale Gemeinschaft einen Reformprozess in Gang gesetzt, der eine Reihe von finanz- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen auf globaler, europäischer und nationaler Ebene auf den Weg gebracht hat. Um der Ernsthaftigkeit von Politik und Wirtschaft bei der Umsetzung der angekündigten Reformen auf den Zahn zu fühlen, sollte eine Bewertung der bisherigen Reformbemühungen vorgenommen werden. Dazu werden die seit Ausbruch der Krise getroffenen finanzmarktpolitischen Reformen dargestellt, ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte analysiert und verbleibender Handlungsbedarf identifiziert. Unterm Strich wird den Reformen ein gemischtes Zeugnis ausgestellt. Während in einigen Bereichen zügig wirkungsvolle Maßnahmen in die Wege geleitet wurden, zeichnen sich in anderen Bereichen entweder erhebliche Verzögerungen oder eine unzureichende Tragweite der Maßnahmen ab.

Die Reformen dürfen jedoch nicht auf die Finanzmärkte beschränkt bleiben. Der Blick muss auch auf die wirtschaftspolitischen Fehlentwicklungen gerichtet werden, die die Finanzkrise entweder maßgeblich mit verursacht haben, oder die nach Ausbruch der Krise offen zu Tage getreten sind. Wirtschaftspolitische Fehlentwicklungen sind mit dem Versagen der Finanzmärkte eng verflochten. Eine Krisenbewältigung, die sich auf eine Reform der Finanzmärkte beschränkt, läuft Gefahr, zu kurz zu greifen. So sind etwa die globalen Leistungsbilanzungleichgewichte mitverantwortlich für die Aufblähung und Destabilisierung der Finanzmärkte. Wie das Beispiel Griechenland veranschaulicht, kann auch innerhalb Europas eine verfehlte Wirtschaftspolitik europaweite Krisen mit negativen Auswirkungen auf die Stabilität der Währungsunion auslösen. Die Auswirkungen der Krise(n) der letzten Jahre auf die Realwirtschaft sind so gravierend gewesen, dass ein Umdenken in der Wirtschafts- und Steuerpolitik unausweichlich erscheint. Wie ist unsere Wirtschaftspolitik aufgestellt, um diese Fehlentwicklungen zu korrigieren? Welches sind die Weichenstellungen, die erforderlich sind, um die Grundlagen für krisenfestes Wachstum zu legen? Das Buch bietet neben fundierten Analysen eine Fülle an Vorschlägen, Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise zu ziehen.

known reviews by the publisher (abridgements)

Vorwärts, Online-Ausgabe, 29.1.2011, vorwärts_aktuell ()  [ to top ]

"Hoch anzurechnen ist den Autoren, dass sie in ihrer Analyse einen Schritt weiter gehen. Mit der Regulierung nur auf den Finanzmärkten ist man für die nächste Krise nicht gewappnet. Einhergehen müssen Änderungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, um nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.

Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Binnennachfrage durch Lohnerhöhung, Einführung eines Mindestlohnes und die Stärkung von Normalarbeitsverhältnissen. Doch auch Unternehmen sollen durch Steuererleichterungen und -anreize stärker in Forschung und Entwicklung investieren. Gerechtigkeit auch in der Steuerpolitik: Die Autoren plädieren dafür, Geringverdiener steuerlich zu entlasten und Besserverdienende höher zu belasten. Und sie schlagen die Einführung einer persönlichen Vermögensteuer vor."



pv-portal.de, HR 4.43; NR 2.262, 2.342, 19.1.2011 ()  [ to top ]

"Wichtig ist vor allem, dass wir die Interdependenzen zwischen sozialpolitischen, finanzmarktpolitischen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen erkennen" (168). Diesen Satz platzieren die Autoren fast beiläufig; doch er ist zentral für dieses Buch, das neben bedachten Analysen auch zahlreiche Reformvorschläge anbietet. Steinbach und Steinberg diskutieren hochaktuelle Themen wie Mindestlöhne, Banken- und Luftverkehrsabgabe oder eine EU-Wirtschaftsregierung als Lehren aus der Krise. Dabei schreiben sie auch für Laien verständlich, erklären Fachtermini und unterstützen ihre Aussagen mit Tabellen und Abbildungen. In kurzen Kapiteln zeigen die Autoren, mit welchen Maßnahmen bisher auf die Krise reagiert wurde und was noch zu tun bleibt. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger schreibt im Vorwort, eine Lehre aus der Krise müsse die "Neubewertung der Rolle des Staates sein"; es solle "einen Markt unter der Kontrolle des Staates geben und nicht einen Staat unter der Kontrolle des Marktes" (10). Steinbach und Steinberg schließen sich dieser Aussage an, befürworten somit für Deutschland etwa einen gesetzlich fixierten Mindestlohn mit variablem, branchenspezifischem Zusatzmindestlohn. Auf europäischer Ebene treten sie für "mehr Europa" (196) ein, indem sie eine Wirtschaftsregierung vorschlagen, die sich einerseits auf das präventiv wirkende Instrumentarium eines glaubwürdigen und erweiterten Stabilitäts- und Währungspaktes, auf die Koordinierung zentraler wirtschaftspolitischer Parameter und eine Regulierung der Finanzmärkte, andererseits auf einen reaktiven Krisenbewältigungsmechanismus stützt. Das heißt bei Steinbach und Steinberg: die Institutionalisierung eines Europäischen Währungsfonds. Die Autoren, der eine Referent im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, der andere Beamter in der Haushaltsabteilung des Bundesministeriums für Finanzen und Referent von Sigmar Gabriel, legen eine hochwissenschaftliche und zugleich leicht verständliche Orientierungshilfe bei der Suche nach dem Mittel gegen die (nächste) Krise vor.


the authors
Dr. Philipp Steinberg
Philipp Steinberg (geb. 1974) studierte Rechtswissenschaft und politische Ökonomie in Berlin und Paris. Nach einer wirtschaftsverwaltungsrechtlichen Promotion arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2005 ist er Beamter beim Bundesministerium der Finanzen, zunächst in der Europa- und danach in der Haushaltsabteilung. Zur Zeit ist er Redenschreiber und Referent von Sigmar Gabriel.
Dr. Armin Steinbach
Armin Steinbach (geb. 1978) ist Diplom-Volkswirt und promovierter Jurist. Er war als Rechtsanwalt in Brüssel und bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf tätig. Seit 2009 arbeitet er als Referent im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.
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