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Tuesday, May 31, 2016
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Lieske Voget-Kleschin, Leonie Bossert, Konrad Ott (Hg.)

Nachhaltige Lebensstile

Welchen Beitrag kann ein bewusster Fleischkonsum zu mehr Naturschutz, Klimaschutz und Gesundheit leisten?

"Beiträge zur Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit" · volume 7

444 pages · 38.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1089-2 (August 2014)

 
lieferbar in stock
 
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this book is also available as eBook (PDF)
to download at the price of 31.16 EUR
 

Description

Der Frage, wie ich mich ernähre, kann sich niemand von uns entziehen. Die meisten Menschen sehen Ernährung als Teil der persönlichen Lebensführung, über die sie selbst entscheiden wollen. Gleichzeitig hat die Art und Weise, wie wir uns ernähren, vielfältige und weitreichende Auswirkungen auf uns selbst und unsere Mit- und Umwelt. In diesem Sinne sind Fragen der Ernährung gleichzeitig auch gesellschaftliche und politische Fragen. Diese gesellschaftspolitische Relevanz zeigt sich besonders deutlich beim Fleischkonsum. Wie viel Fleisch, aber auch wie viel Molkerei-Produkte und Eier wir essen, bestimmt, wie wir Tiere real halten (können) und hat damit auch komplexe Auswirkungen auf Natur- und Klimaschutz, das Welternährungsproblem und nicht zuletzt auf unsere eigene Gesundheit.

Was meinen wir, wenn wir deshalb bewussten Fleischkonsum für erwünscht oder geboten halten? Können oder müssen veränderte Ernährungsstile mit persönlichen Einschränkungen gleichgesetzt werden? Bergen sie nicht vielmehr Potentiale für eine Steigerung von Lebensqualität und Genuss?

Der Band spannt einen weiten Bogen von Konzepten nachhaltiger Lebensstile über die Art und Weise unserer Fleischproduktion und unseres Fleischkonsums bis hin zu der Frage, was sich daran ändern sollte und wie sich solche Änderungen umsetzten lassen. Die Beiträge dieses Bands setzten sich detailliert damit auseinander, welche Lernprozesse und Veränderungen von persönlichen und gesellschaftlichen Lebensstilen nötig und möglich sind.

Inhalt


1. Einleitung
Einleitung
Lieske Voget-Kleschin/ Leonie Bossert/ Konrad Ott

Tierethik. Die verschiedenen Positionen und ihre Auswirkungen auf die Mensch-nichtmenschliches Tier-Beziehung
Leonie Bossert

2. Nachhaltigkeit und Nachhaltige Lebensstile
Was können nachhaltige Lebensstile zur Nachhaltigkeit beitragen?
Manfred Linz

Durch reduzierten Fleischkonsum zu einem nachhaltigen Lebensstil? Ein Essay über die wahrscheinliche Vergeblichkeit einer guten Idee. Zugleich ein Plädoyer für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Realitäten im Nachhaltigkeitsdiskurs
Jens Jetzkowitz

Nachhaltige Lebensstile und gesellschaftlicher Wandel
Kora Kristof

Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum
Sylvia Lorek

Nachhaltige Entwicklung, Gesundheit und Fleischkonsum
Simon Meisch

3. Fleischerzeugung und Naturschutz
Fleischgenuss und Landschaftsgestaltung
Rainer Luick

Die Kuh ist kein Klima-Killer. Zur Co-Evolution von Gras und Grasern und ihrer Bedeutung für die Potenziale nachhaltiger Land- und Weidewirtschaft
Anita Idel

Weidetiere als Landschaftspfleger - mit Pferden und Rindern von der Eintönigkeit zur Vielfalt
Antje Stöckmann

Erhaltung alter Haustierrassen als Aufgaben des Naturschutzes?
Antje Feldmann

Ökologische Aspekte der Massentierhaltung. Fokus auf Mecklenburg-Vorpommern
Arndt Müller

Ökologische Tierhaltung und Naturschutz - Synergien und Konflikte
Stephanie Wunder

4. Fleischkonsum und Naturschutz
Unser Planet auf dem Teller. Wie eine gesündere Ernährung helfen könnte, unseren ökologischen Fußabdruck in erheblichem Ausmaß zu reduzieren
Tanja Dräger

Der Einfluss des Geschlechts auf ernährungsrelevante Umwelteffekte
Toni Meier

Naturschutz, vorsorgender Gesundheitsschutz und nachhaltige Lebensstile
Thomas Claßen und Norbert Wiersbinski

5. Fleischkonsum und Gesundheit
Multiresistente Bakterien aus dem Tierstall - Verbreitung und Bedeutung
Carmen Dahms

Fleischkonsum - Gesundheit - Nachhaltigkeit. Die Position der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Helmut Oberritter

Wie (un)gesund ist vegetarische/ vegane Ernährung? Mit dem Schwerpunkt des Kindes- und Adoleszentenalters
Carolin Möhrke

6. Bewussterer Fleischkonsum und seine Vermittlung
Die kulturelle Bedeutung des Fleischkonsums in Mitteleuropa - warum ist es so schwer, etwas zu ändern?
Manuel Trummer

Nachhaltige Ernährung - Möglichkeiten und Grenzen von Ernährungs- und Verbraucherinnenbildung
Ulrike Johannsen

Fragen bewussten Fleischkonsums kreativ vermitteln: Die Ausstellung "Alles Wurst?!"
Friederike Börner-Dräger

"Veggietag bunt.bio.lecker". Ein Projekt in der Stadt und Region Hannover
Eberhard Röhrig-van der Meer/ Louisa Lange

Klimaoptimiert essen - wie geht das?
Stephanie Schropp

Wie ein todernstes Thema unterhaltsam vermittelt wird: Praxisbeispiel "MeinekleineFarm.org"
Denis Buchmann

7. Notwendige Rahmenbedingungen
Ökonomische Instrumente zur Senkung des Fleischkonsums
Damian Ludewig

Nutztierhaltung - Chancen für die Zukunft bei ökologischer und ethischer Neuausrichtung
Markus Wolter und Tobias Reichert

Artgerechte Tierhaltung am Beispiel des Qualitätsfleischprogramms NEULAND als Alternative?
Verena Preußner

Bewusster Fleischkonsum - wie kann Politik gestaltend eingreifen?
Simon Meisch

8. Autorinnenverzeichnis

known reviews by the publisher (abridgements)

J Consum Policy (2015) 38:375-385 ()  [ to top ]

"Most people believe their food choices to be a very personal issue. At the same time, these choices bear significant societal implications regarding the social and environmental consequences of food production as well as regarding consumer health. In particular, this holds true for our consumption of meat and animal products. How much and what kind of animal products that we consume defines our options as regards animal husbandry and feeds back into climate mitigation and nature conservation options, world hunger, and consumer health. Against this background, the contributions in this book question whether there is such a thing as Bsustainable consumption of animal products, how this could be managed, what kind of environmental and social consequences it would bear, and how it could be supported."

HiBiFo 2015/2 (Thomas Mohrs)  [ to top ]

"Der enormen Komplexität des Themas "Fleischkonsum" entsprechend spannt der Band in der Tat einen weiten thematischen Bogen, der von grundlegenden tierethischen Überlegungen über die Darstellung diverser Konzepte nachhaltiger Lebensstile, bis hin zur Thematik der Rahmenbedingungen und damit vornehmlich der Verantwortung der Politik reicht.

Abgesehen von dieser wirklich beeindruckend breiten und differenzierten strukturellen Herangehensweise an das Nachhaltigkeits-Schlüsselthema "Fleisch" liegt eine der großen Stärken dieses Bandes m. E. vor allem in der dem Thema angemessenen Interdisziplinarität. Hier wird in bisher einzigartiger Weise die thematisch relevante Fachexpertise aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswissenschaft, Biologie, Veterinär- und Allgemeinmedizin, Ökotrophologie, Ökonomie (v. a. Volkswirtschaft), Sozial- und Kulturwissenschaften, Philosophie und Theologie in einer großen Synopse versammelt. Einer Synopse, die durchaus ein breites und heterogenes Meinungsspektrum dokumentiert, was natürlich zur Folge hat, dass man als Leser und Leserin nicht mit allen Beiträgen in gleicher Weise einverstanden sein wird, je nach eigenem Überzeugungshintergrund und eigener Perspektive.

Aber genau diese 'Reibung' ist bei einem derart kontrovers diskutierten Thema im Sinne eines lebendigen interdisziplinären und philosophischen Diskurses als positiv zu bewerten. Zumal in diesem Zusammenhang zudem die nach meiner Einschätzung größte Stärke des Bandes hervorzuheben ist: seine Sachlichkeit. Meinungen werden klar, pointiert und (mal mehr, mal weniger) engagiert präsentiert, aber durchgehend auf der Basis sachlich fundierter Argumente, differenzierter und kritisch-reflexiver Abwägungen (was auch zentrale Begriffe wie den der 'Nachhaltigkeit' betrifft!) sowie reichhaltiger empirischer Daten und Fakten. Eine pauschale 'Fleisch bringt's!'-Propaganda der Fleischlobby fehlt daher ebenso wie jegliche 'Fleisch ist Mord!'-PETA-Polemik. Das mag - je nach Ideologie - unausgewogen erscheinen; mir erscheint es im Sinne einer möglichst nicht (primär) emotional geführten wissenschaftlichen Debatte als angemessen - was natürlich nicht die These impliziert, das Thema 'Fleischkonsum' ließe sich in all seiner Komplexität rein wissenschaftlich, sachlich und frei von Emotionalität 'klären'! Und es impliziert auch nicht die These, dass radikaler (je nach Perspektive: konsequenter) Tierschutz generell als 'ideologisch' zu bewerten sei!"



Verbraucherforschung Bundesverband, Ausgabe 1, März 2015 ()  [ to top ]

"Vielfältig sind folglich die Perspektiven der einzelnen Beiträge. Nach einer Klärung begrifflicher und konzeptioneller Aspekte von Nachhaltigkeit und Lebensstilen werden im dritten Kapitel die Konflikte und Synergien zwischen Fleischproduktion und Naturschutz, im vierten Kapitel zwischen Fleischkonsum und Naturschutz dargestellt, was beides eng zusammenhängt. Im fünften Kapitel stehen die Wirkungen des Verzehrs von tierischen Produkten auf die Gesundheit im Mittelpunkt. In den beiden letzten Kapiteln wird gefragt, wie bewussterer Fleischkonsum und nachhaltige Ernährung vermittelt werden können und welche politischen Rahmenbedingungen und gesetzgeberischen Maßnahmen erforderlich sind, um die gewünschten Veränderungen von Ernährungsgewohnheiten zu motivieren und zu unterstützen.

Der rote Faden aller Beiträge ist die explizite Überzeugung, dass ein bewussterer, natur- und umweltverträglicher Fleischkonsum unverzichtbar ist und dass dazu auch die Konsumentinnen beitragen müssen, dass aber gleichzeitig politische Regulierung und Förderung notwendig wird. Grundsätzlich gilt aber wohl: "Wenn wir danach fragen, wessen Gesundheit im Kontext eines nachhaltigen Fleischkonsums mit zu berücksichtigen ist, dann werden wir jene andere Fragen zu berücksichtigen haben und auch andere Antworten geben, abhängig davon, wen wir moralisch berücksichtigen und wessen Gesundheit wir also in den Blick nehmen" (Simon Meisch). Wenn im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung Gerechtigkeit gefordert wird, wäre demnach erst zu klären, wen man in die moralische Gemeinschaft einbeziehen will. Da entsprechende Antworten eine praktische Konsequenz für andere Mitglieder der moralischen Gemeinschaft haben könne, lohne es sich, über diese Fragen zu streiten.



Diesseits.de, http://www.diesseits.de/panorama/rezensionen/buch-zum-thema/1420585200/breit-differenziert-reflektiert-interdisziplinaer-inf, 7.1.2015 (Thomas Mohrs)  [ to top ]

"Abgesehen von dieser wirklich beeindruckend breiten und differenzierten strukturellen Herangehensweise an das Nachhaltigkeits-Schlüsselthema "Fleisch" liegt eine der großen Stärken dieses Bandes m. E. vor allem in der dem Thema angemessenen Interdisziplinarität. Hier wird nach meiner Wahrnehmung in bisher einzigartiger Weise die thematisch relevante Fachexpertise aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswissenschaft, Biologie, Veterinär- und Allgemeinmedizin, Ökotrophologie, Ökonomie (v. a. Volkswirtschaft), Sozial- und Kulturwissenschaften, Philosophie und Theologie in einer großen Synopse versammelt. Und zwar einer Synopse, die durchaus ein breites und heterogenes Meinungsspektrum dokumentiert, was natürlich zur Folge hat, dass man als Leser nicht mit allen Beiträgen in gleicher Weise einverstanden ist/sein wird, je nach eigenem Überzeugungshintergrund und eigener Perspektive. Aber genau diese "Reibung" ist bei einem derart kontrovers diskutierten Thema im Sinne eines lebendigen interdisziplinären und philosophischen Diskurses als positiv zu bewerten. Zumal in diesem Zusammenhang zudem die nach meiner Einschätzung größte Stärke des Bandes hervorzuheben ist: seine Sachlichkeit. Meinungen werden klar, pointiert und (mal mehr, mal weniger) engagiert präsentiert, aber durchgehend auf der Basis sachlich fundierter Argumente, differenzierter und kritisch-reflexiver Abwägungen (was auch zentrale Begriffe wie den der "Nachhaltigkeit" betrifft!) sowie reichhaltiger empirischer Daten und Fakten. Eine pauschale "Fleisch bringt's!"-Propaganda der Fleischlobby fehlt daher ebenso wie jegliche "Fleisch ist Mord!"-PETA-Polemik. Das mag der/dem einen "Ideologin/Ideologen" so unausgewogen erscheinen wie der/dem anderen; mir erscheint es im Sinne einer möglichst nicht (primär) emotional geführten wissenschaftlichen Debatte als angemessen - was natürlich nicht die These impliziert, das Thema "Fleischkonsum" ließe sich in all seiner Komplexität rein wissenschaftlich, sachlich und frei von Emotionalität "klären"! Und es impliziert auch nicht die These, dass radikaler (je nach Perspektive: konsequenter) Tierschutz generell als "ideologisch" zu bewerten sei!

Aber der Verzicht auf ideologische Engführungen und das Bemühen um wissenschaftliche Sachlichkeit hat nach meiner Einschätzung einen zusätzlichen großen Nutzen. Denn bei aller Heterogenität der im Band versammelten Meinungen gibt es doch einen Konsens quer durch alle Disziplinen dahingehend, dass definitiv ein negativer Zusammenhang zwischen industrieller Fleischproduktion und "Nachhaltigkeit" besteht, in gesundheitlicher, ökologischer und sozialer Hinsicht, aber sehr wohl auch in ökonomischer. Daraus folgt umgekehrt, dass der bewusste Fleischkonsum (bzw. die deutliche Reduktion des Fleischkonsums oder der konsequente Fleischverzicht - und sei es auch "nur" der Verzicht auf Fleisch aus industrieller Produktion) sehr wohl einen Beitrag zu mehr Naturschutz, Klimaschutz und Gesundheit leisten würde und sich daher auch eigentlich niemand - weder Produzenten noch Politik noch Konsumenten - mehr aus der Verantwortung stehlen kann. Und dass dieser gemeinsame Konsens einer Vielzahl von Experten aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Fachgebieten auf Sachargumenten beruht, lässt ihn m. E. als derart solide und tragfähig erscheinen, dass von allen in der Verantwortung Stehenden praktische Konsequenzen zu erwarten sein sollten - "bottom up" ebenso wie "top down".




the authors
Dr. Lieske Voget-Kleschin
Lieske Voget-Kleschin [more titles]
Leonie Bossert
Leonie Bossert Dipl.-LaÖk, Sept. 2013 bis April 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Philosophie und Ethik der Umwelt der Universität Kiel. Seit Oktober 2013 Mitglied der Nachwuchsforschungsgruppe "Wissenschaftsethik der Forschung für Nachhaltige Entwicklung" am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema "Tierethik und Nachhaltigkeit".
Prof. Dr. Konrad Ott
Konrad Ott is Professor for Environmental Ethics at the University of Greifswald in Germany. He has studied philosophy and holds a PhD from the University of Frankfurt. Since 1997 he has been teaching in the interdisciplinary study course Landscape Ecology and Nature Conservation. He has been and is a member of several councils and committees dealing with environmental policy in Germany including the German Advisory Council on the Environment (until 2008). His main interests are on environmental ethics, discourse ethics, ethical aspects of nature conservation, climate change ethics and sustainability theory. [more titles]
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