sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Friday, July 29, 2016
 welcome page » policy  » economic policy 

Nachhaltige Wege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise

"Economic Studies of the Keynes Society" · volume 4

216 pages · 29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-855-8 (February 2011)

 
 

Description

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise belastet die meisten Volkswirtschaften nun schon mehr als zwei Jahre. Sie wird zwar langsam überwunden, aber ihre negativen Folgen sind noch lange nicht ausgeräumt. Umso wichtiger ist es, die Ursachen weiter zu analysieren und daraus Regelungen abzuleiten, die eine erneute Krise verhindern oder ihre Folgen begrenzen. Mit diesen beiden Problembereichen befasste sich erneut die Tagung der Keynes-Gesellschaft im Februar 2010, deren überarbeitete Referate in diesem Tagungsband, versehen mit einem einleitenden Überblick der Herausgeber, abgedruckt sind.

known reviews by the publisher (abridgements)

Ordo, Bd. 63, 2012, S. 467-473 ()  [ to top ]

"Der Sammelband von Helmedag und Kromphardt gibt einen nützlichen und lehrreichen Überblick, wie deutsche Keynesianer die Ursachen und die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise einschätzen. Die verschiedenen Autoren argumentieren in ihren Beiträgen in der Regel nachvollziehbar und schreiben gut lesbar. Sie verzichten auf modische Formalisierungen. Es wäre an der einen oder anderen Stelle des Buches wünschenswert gewesen, die Ausführungen noch zu vertiefen und zu differenzieren. Die Argumente gewönnen dadurch noch mehr Klarheit. Insbesondere die Frage, welche positiven und negativen Wohlfahrtswirkungen die Liberalisierung und die Integration der Finanzmärkte tatsächlich haben, erscheint zu summarisch abgehandelt. Einige Details harren auch der genaueren Erklärung, zum Beispiel warum die Zeitpräferenztheorie des Zinses nicht auch das Motiv der Altersvorsorge einschließen soll. Welche Rolle sollen exotische Theorieansätze wie Gesells Freigeldlehre in der aktuellen oder zukünftigen Lage tatsächlich spielen? Vermutlich keine allzu große.

Die Autoren dieses Bandes argumentieren in erster Linie prozesstheoretisch. Die keynesianische Lehre ist eine Prozesstheorie. Der ordnungstheoretische Bezug schwingt aber implizit stets mit, und tatsächlich ist er stark, beispielsweise bei der Frage nach der zukünftigen Welt-Handels- und Währungsordnung. Die tatsächlichen Wohlfahrtswirkungen der sogenannten Globalisierung scheinen aus ordnungstheoretischer Sicht nicht in erster Linie eine Frage von Deregulierung und Liberalisierung zu sein, sondern eine Frage, wie die Institutionen einer fairen internationalen Markt-, Preis- und Zahlungsgemeinschaft beschaffen sind. Es sollte eine stabile Ordnung von weltweiten Regeln sein, die nicht nur das formale Recht, sondern auch moralische Normen und Verhaltensweisen umfasst (Röpke 1979, S. 105 ff.). In Helmedags und Kromphardts Sammelband wird vor diesem Hintergrund immer wieder auf die Probleme hingewiesen, die durch eine "merkantile" oder - um einen Begriff der neunziger Jahre zu wählen - "strategische Handelspolitik" entstehen: Im Streben nach permanenten Leistungsbilanzüberschüssen könnte tatsächlich eine Mentalität des weltweiten "who's bashing whom" (D'Andrea Tyson 1992) mitschwingen, deren ökonomische Apologien Krugman als unwissenschaftlich und anmaßend kritisierte (Krugman 1997).

Wer sich mit einer Wirtschaftspolitik auseinandersetzen möchte, die auf mehr ökonomische Stabilität, mehr soziale Stabilität und eine größere Rolle des Staates im Wirtschaftsleben abzielt, für den ist der Sammelband von Helmedag und Kromphardt eine gute und wichtige Lektüre. Eine genauere ordnungstheoretische beziehungsweise "ordonomische" sowie politische Einordnung der Meinungen und Lehren, die darin vertreten werden, wäre eine interessante Erweiterung der Gesamtdiskussion um "Nachhaltige Wege aus der Finanz- und Wirtschaftskrise".



Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 2012,, Vol. 232/2, S. 194-196 ()  [ to top ]

"Keynes lebt - in vielerlei Gestalt, wie dieser Band demonstriert. Heterogenität und auch Heterodoxie, wie sie hier vorkommen, sind es wert, wahrgenommen zu werden, weil sie einen spannenden Diskurs jenseits des 'mainstreams' versprechen. Für einen marktprozesstheoretisch geprägten Ordnungsökonomen (inzwischen eine ebenfalls arg unorthodoxe Erscheinung) bieten diese gut 200 Seiten hinreichend Bereicherung, aber auch Zumutungen ... Den in den meisten Beiträgen deutlichen 'Planification'-Keynesianismus einmal selbstkritisch (historisch, komparatistisch) zu hinterfragen, wäre sicher auch eine wertvolle Aufgabe der Keynes-Gesellschaft. Bis dahin bietet aber auch dieser Band wertvolle Einsichten und kreative Reibungsflächen sowie dunkle Vorahnungen dessen, was auf Deutschland und Europa ökonomisch wie politisch zukommen könnte."

PW -Portal für Politikwissenschaft, http://www.pw-portal.de, veröffentlicht am 29.03.2012, abgerufen am 30.03.2012. ()  [ to top ]

"Der Band versammelt die überarbeiteten Beiträge der Jahrestagung der Keynes-Gesellschaft vom Februar 2010 in Chemnitz. Auch wenn es sich bei den Autoren nicht um "Mainstream-Ökonomen" handelt - wie es auch verschiedentlich im Band betont wird - dürften nur wenige Beiträge wirklich von herausgehobenem politikwissenschaftlichen Interesse sein. Dazu zählen unzweifelhaft die Ausführungen von Gustav Horn und Till van Treeck, die unter Zuhilfenahme von Keynes' Theorie sehr anschaulich die Problematik der "außenwirtschaftliche[n] Ungleichgewichte" im globalen Vergleich erklären. Mit dem Verweis auf ein Modell der "drei U?s" (19) - Unterregulierung der Finanzmärkte, Ungleichgewichte im internationalen Handel sowie Ungleichheit in der Einkommens- und Vermögensverteilung - spannen sie den Bogen deutlich weiter auf als dies in derzeit gängigen Kriseninterpretationen geschieht. Denn darin wird oft von einer Staatsschuldenkrise gesprochen, ohne die eigentlichen Ursachen der Krise zu beleuchten. Als gewerkschaftsnahe Ökonomen verweisen sie in diesem Zusammenhang auch auf die fehlenden "Realeinkommenssteigerungen" (23) in den vergangenen Jahren, die - insbesondere in den USA - zu einer Form des sogenannten Privat Deficit Spendings und der großen Immobilienblase geführt haben. Dies sei ebenso wie die Zunahme der ökonomischen Ungleichheiten nicht als "das Ergebnis von technologischem Wandel" (26) und Globalisierung zu verstehen, sondern als Folge politischer Entscheidungen zu betrachten und entsprechend zu bekämpfen. Interessant sind außerdem die Beiträge von Leander L. Hollweg, der eine Verbindung zwischen Finanz- und Bildungskrise herstellt, und von Jörg Bibow, der für eine neue Form des "Kapitalverkehrsmanagements" (143) plädiert. Allerdings ist Bibow pessimistisch, was die Schaffung einer "globalen Finanzordnung" (156) mit entsprechenden Aufsichtsbehörden angeht. Denn selbst die Baseler Abkommen zur Bankenaufsicht setzten lediglich Minimumstandards. Ob Aussagen der folgenden Art zur notwendigen Differenzierung in der dringend benötigten (politikwissenschaftlichen) Auseinandersetzung "mit den Märkten" beitragen, ist zweifelhaft: "Bis auf Weiteres bleibt das internationale Finanzsystem ein Dschungel unkontrollierter Kräfte und Mächte." (156)


the authors
Prof. Dr. Fritz Helmedag
Fritz Helmedag seit 1993 Professur für Mikroökonomie, Fakultät für Wirtschaftswissenchaften, an der ZU Chemnitz. [more titles]
Prof. Dr. Jürgen Kromphardt
Jürgen Kromphardt is Professor Emeritus of Technische Universität Berlin. Between 1999 and March 2004, he was seconded by the German government and the trade unions to the German Council of Economic Experts. He is founding member and chairman of the Keynes-Gesellschaft. [more titles]
known reviews by the publisher
that may interest you, too
essays as pdf downloads