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Dienstag, 22. Mai 2012
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Nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert - nur mit einem Ausbau erneuerbarer Energien
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Claudia Kemfert

Nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert - nur mit einem Ausbau erneuerbarer Energien

14 Seiten · 4,35 EUR
(September 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Die heutige Gesellschaft steht wie keine andere zuvor vor großen Herausforderungen. Sie muss die Konsequenzen des volkswirtschaftlichen Handelns der vergangenen Jahrzehnte verstehen, akzeptieren und die volkswirtschaftlichen Produktionsprozesse in völlig neue Bahnen lenken: fossile Ressourcen wie Öl, Gas und Kohle sind endlich und verursachen beim Verbrennen klimagefährliche Treibhausgase. Dabei werden etwa drei Viertel der weltweiten Treibhausgase von den entwickelten Volkswirtschaften wie USA, Europa und Japan verursacht. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre hat schon heute fast das Niveau erreicht, welches nicht überschritten werden sollte, um das Klima irreversibel zu schädigen. Die Folgen des irreversiblen Klimawandels sind extreme Klimaereignisse wie Hurrikane, Überflutungen, Dürren und auch abrupte Klimawechsel, die heute schwer vorhersagbar sind.

Um den Klimawandel einzudämmen, müssen die modernen, entwickelten Volkswirtschaften es schaffen, die Klimagase drastisch einzudämmen und zudem fossile Energien durch alternative Kraftstoffe ersetzen. Die zukünftige Energieversorgung muss vor allem CO2-frei sein, aber auch sicher und wettbewerbsfähig. Alle drei Ziele sind gleichrangig zu bewerten, aber kaum gleichrangig zu erfüllen. Weltweit steigt die Nachfrage nach fossilen Ressourcen weiter drastisch an, bisherige Entwicklungsländer wachsen stark und rasch und benötigen Energie. Die steigende Nachfrage nach Energie spiegelt sich zwar schon teilweise in hohen Preisen, vor allem für Öl und Gas, wider. Dennoch sind die Energiepreise immer noch nicht hoch genug, um die Trendwende hin zu einer CO2-freien Energieversorgung tatsächlich zu erzielen. Zudem ist die fossile Ressource Kohle nicht knapp und würde weltweit noch für 200 Jahre ausreichen, um die Weltnachfrage zu decken. Wenn wir jedoch jegliche Kohlevorkommen der Welt verbrennen würden, würden die weltweiten Treibhausgase stark ansteigen und der Klimawandel würde ungebremst voranschreiten. Jedoch wird die Ressource Öl zunehmend knapp, seit dem Jahre 2005 stieg der Ölpreis erstmalig wieder auf ein Preisniveau wie in der ersten und zweiten Ölpreiskrise in den siebziger und achtziger Jahren. Ein hoher Ölpreis ist zwar Gift für die Volkswirtschaft, aber auch ein volkswirtschaftliches Knappheitssignal, welches Anreize gibt, verstärkt nach Alternativen zu suchen. Dennoch: diejenigen Volkswirtschaften sind schlecht beraten, welche auf Knappheitssignale warten: wenn der Ölpreis in die Höhe schnellt, haben die Kämpfe um die knappen Ressourcen schon begonnen und Verteilungskämpfe bedeuten erhöhte volkswirtschaftliche Kosten. Gerade die modernen Volkswirtschaften sind gut beraten, möglichst frühzeitig auf Alternativen umzusatteln und schon heute die politischen Leitlinien so zu setzen, dass eine nachhaltige Energieversorgung rasch umgesetzt wird. Die volkswirtschaftlichen Kosten eines möglichst frühzeitigen Umbaus der Volkswirtschaft hin zu einer CO2-freien Energieversorgung sind heute geringer, als wenn eine Umstellung erst viel später und damit sehr viel schneller vonstatten gehen muss.


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Die Autorin
Prof. Dr. Claudia Kemfert
Claudia Kemfert Hertie School of Governance Berlin, Lehrstuhl für Energiepolitik und Nachhaltigkeit [weitere Titel]