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Thursday, October 19, 2017
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Nachlassende Bildung

"Picht II" oder Anmerkungen zu einer Misere

123 pages ·  8.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-371-7 (January 2002 )

 
lieferbar in stock
 

»Nachlassende Bildung« ist ein Buch über die Schwierigkeiten, moderne Bildung in postmodernen Welten zu probieren. Die Erfahrungen mit einer privaten Universität zeigen, welche Experimente wir beginnen könnten. Hochschulreform - und, seit PISA, Schulreform - wird in Deutschland häufig lediglich in Kategorien der Organisationsumstellungen und Kostenreduktion behandelt; eine breitere Erörterung dessen, was eigentlich gebildet werden soll: für wen, für welche Zukünfte, mit welchem (und wie selber gebildetem) personalem Inventar, findet kaum statt. Über Beklagungen, die natürlich nicht zu vermeiden sind, hinaus gibt das Buch ein paar Hinweise auf konstruktive Entwicklungen.

Es bemüht sich um Kriterien für moderne Bildungsproduktion - quer zu den gängigen Vorstellungen, die gerade für die Wirtschaftswissenschaften und die Managementausbildung hochgehalten werden: nicht der schnelle Durchsatz, das durchorganisierte Curriculum, sondern die Freiheit des selbstorganisierten Studiums bildet die Qualitäten und Kompetenzen, die urteilsfähige und ambivalenzresistente Persönlichkeiten machen.

Was PISA uns Deutschen rät, statt stupidem Lernen intelligente, moderierte Lernerfahrungsprozesse zu organisieren, fordert andere Studien- wie Schulmilieus, andere Wirklichkeitsinklusionen, andere Selbstverständnisse der Lehrenden etc. Bildung statt Ausbildung.

Pro Zukunft, 2/2003, S. 12 ()

"'Deutschland', so eröffnet Birger P. Priddat seine in jedem Gedankengang, in jeder Formulierung bedenkens- und lesenswerten Essay über Defizite und Chancen eines zeitgemäßen Bildungswesens, ist ein bildungsarmes Land, und zwar zweifach: zu arm an Bildungsgelegenheiten, und zu arm in den Differenzierungen an Bildungsangeboten." Wer befürchtet, es an dieser Stelle mit einem frustrierten Pädagogen oder einem profilierungssüchtigen Bildungspolitiker zu tun zu haben, sei beruhigt. Hier meldet sich ein Autor zu Wort, der als Inhaber einer Professur für Volkswirtschaft und Philosophie an der renommierten Privatuniversität Witten/Herdecke sein Thema umfassend und spannend zu vermitteln weiß. Zunächst benennt Priddat mit den Aspekten Wissensgesellschaft, Jugend und Familie drei zentrale Dimensionen des Bildungsbegriffs und charakterisiert im Folgenden die Schule/Universität primär nicht als den Ort der institutionalisierten Ausbildung. Als genuin soziale Aufgabe ziele Bildung vielmehr darauf, 'Weltzugang zu realisieren'. Nicht die Vermittlung von Wissen, sondern die Einübung von sozialer Kompetenz, von kreativer Intelligenz und Neugier, von Agilität und Organisationsfähigkeit sei ihre erste Aufgabe. Es geht also nicht um die 'Anreicherung von Wissensarchiven', sondern darum, 'zu lernen, wie die Welt funktioniert'. ...

Nicht nur Freundlichkeiten hat Priddat schließlich für seine Kollegen übrig, wenn er ihnen vorhält, die Universitäten als Plattform für attraktive Nebentätigkeiten, und ihre Rolle zu wenig als Dienstleister gegenüber den Studierenden zu sehen; die Gewerkschaften ermuntert der Autor dazu, sich nicht als Hüter bestehender Arbeitsverträge zu begreifen, sondern viel mehr die Rolle von Agenten zur Ermöglichung von Veränderungen auszubauen - ein Aspekt der im Kontext der Bildungsdebatte meist zu kurz kommt. Mit zum Spannendsten und Authentischsten in diesem rundum empfehlenswerten Band zählen die in jeweils" 10 Goldenen Regeln" zusammengefassten Vorschläge zu gelingendem Lesen, Reden und Schreiben, die als Grundlage von Navigationskompetenz begriffen werden. Schließlich rückt auch der Hinweis auf die Zusammengehörigkeit der Sphären von Wirtschaft und Kultur die Bildung als 'einzige nachhaltige Zukunftsinvestition' ins rechte Licht: Wirtschaft und hier tut sich eine Perspektive zu einer grundsätzlichen neuen Bewertung der Disziplin auf - begreift Priddat als 'eine der Kulturformen der Gesellschaft, wenn wir Kultur als Formen der Gestaltung des Zusammenlebens definieren.'"




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Prof. Dr. Birger Priddat
Birger Priddat Lehrstuhl für Politische Ökonomie, Universität Witten-Herdecke. [more titles]
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