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Thursday, January 18, 2018
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Netzregulierung in Europa: Erfolgsgeschichte oder dringender Handlungsbedarf?
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Netzregulierung in Europa: Erfolgsgeschichte oder dringender Handlungsbedarf?

Drei Thesen zur Regulierung von Netzen

40 pages · 6.46 EUR
(September 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Netzindustrien können einige Besonderheiten aufweisen, die sie zu nicht normal funktionierenden Märkten machen. Diese Besonderheiten können die Funktionsfähigkeit des Koordinationsverfahrens Markt beeinträchtigen. Aus diesem Grund können möglicherweise staatliche Eingriffe gerechtfertigt werden und zu besseren Ergebnissen führen als ein Markt ohne diese staatlichen Aktivitäten, die über die üblichen staatlichen Interventionen (wie z.B. im Rahmen des Wettbewerbsrechts) hinausgehen.

Von besonderer Bedeutung in Netzindustrien können monopolistische bottlenecks sein. Diese führen zu negativen Wohlfahrtseffekten durch zu hohe Preise (Cournot-Preise) bei zu geringen Mengen im Monopolmarkt sowie ggf. zu weiteren Wohlfahrtsverlusten auf vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. Natürliche Monopole liegen dann vor, wenn die Kostenfunktion im relevanten Nachfragebereich subadditiv ist, also eine Duplizierung der Einrichtung zu volkswirtschaftlich höheren Kosten führen würde als die Bereitstellung durch eine Einrichtung. Die Existenz eines natürlichen Monopols stellt jedoch noch keinen Marktversagenstatbestand dar, da der Monopolist möglicherweise durch einen hit-and-run-Wettbewerb eines neu hinzutretenden Wettbewerbers diszipliniert werden kann oder der potentielle Markteintritt diese Wirkung hat. Dies hat zur Folge, dass der Preis nicht gleich den Grenzerlösen ist, sondern sich stattdessen ein Preis in der Nähe der Durchschnittskosten einstellt. Die Angreifbarkeit eines natürlichen Monopols durch einen potentiellen Wettbewerber wird wesentlich bestimmt durch den Umfang an Marktein- und Austrittsschranken. Neben staatlichen Marktzugangsbarrieren wirken in den Netzindustrien hohe versunkene Kosten des Leitungsnetzes als solche Schranken. So spielen bei der Verlegung von Netzen die Kosten der Leitungen eine geringere Rolle als die Verlegungskosten z.B. unter einer Straße. Diese zuletzt genannten Kosten sind im wörtlichen Sinne unter der Erde versunken und können nicht zurückgeholt werden; auch eine Nutzung für andere Zwecke ist häufig ausgeschlossen. Insofern kann es sich bei Netzen um nicht angreifbare natürliche Monopole handeln, bei denen die disziplinierende Wirkung potenzieller Markteintritte nicht eintritt.

Liegt schließlich ein solches nichtangreifbares natürliches Monopol in einem Bereich vor, dessen Zugänglichkeit für wettbewerblich organisierbare vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen eine notwendige Voraussetzung ihrer Tätigkeiten ist, so handelt es sich um ein monopolistischen bottleneck. Das nicht angreifbare natürliche Monopol kann dann – ggf. als Ergebnis seiner unzureichenden Regulierung – in seiner Wirkung auf die vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen ausstrahlen und durch Diskriminierungspraktiken den Zugang zum bottleneck erschweren. Telekommunikationsnetze können solch ein Flaschenhals sein, den z.B. Dienste benötigen, um vom Anbieter zu den Kunden zu gelangen.


quotable essay from ...
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Dr. Torsten Sundmacher
Torsten Sundmacher

Jahrgang 1968, Promotion 2001, seitdem Partner der Sustain Consult GmbH, Dortmund. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Umweltökonomik, Gesundheitsökonomik und Wirtschaftspolitik sowie in der strategischen Entwicklung von Unternehmen, Wirtschaftsstandorten und regionalwirtschaftlichen Clustern.

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Ralf Löckener
Ralf Löckener

Diplom-Geograph, 1965, Geschäftsführer der Sustain Consult GmbH, Dortmund. Seine Arbeitsschwerpunkte sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umweltökonomie, Industrie- und Strukturpolitik sowie die strategische Entwicklung von Unternehmen und regionalwirtschaftlichen Clustern.