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Sunday, February 18, 2018
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Ökonomische Moralkulturen

Die Ethik differenter Interessen und der plurale Kapitalismus

"Ethik und Ökonomie"  · volume 5

238 pages ·  28.00 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-640-0 (December 2007 )

 
 

Unsere globale ökonomische Welt ist die eines pluralen Kapitalismus. So hat die Menschheit einerseits gelernt, dass es zu Wirtschaftssystemen, die das "kapitalistische" Instrument des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs nutzen, vermutlich keine Alternative gibt. Man kann eben nicht alles haben. Andererseits aber ist diese Welt mittlerweile eine recht bunte Welt, in der es nicht nur den ("neoliberalen") Kapitalismus angloamerikanischer Prägung gibt. Wir leben auf einem Erdball, der eine Vielfalt von Kapitalismusvarianten mit unterschiedlich programmierten Wirtschaftssystemen und unterschiedlich strukturierten Unternehmensorganisationen aufweist.

Die kapitalistische Pluralität hat nicht zuletzt mit den verschiedenartigen Moralkulturen auf unserer Erde zu tun. Sie färben den globalen Kapitalismus bunt. Moralkulturen besitzen ökonomische Bedeutung und prägen die Interessen ökonomisch einschlägiger Akteure (Unternehmen, Wirtschaftspolitikerinnen, Konsumenten usw.) inhaltlich. Moralkulturen sind einerseits die Software der ökonomischen Hardware. Andererseits kann keine Moralkultur im luftleeren Raum schweben, sondern muss sich ökonomisch bewähren. Moralkulturen sind notwendigerweise "ökonomische Moralkulturen". Ohne die Hardware kann auch die Software auf Dauer nicht überleben.

Moralkulturelle Differenzen begründen Interessenunterschiede, die sich unter anderem in der Pluralität von Kapitalismen konkretisieren. Die Vielfalt unterschiedlichster Interessen (ökonomischer, moralischer, monetärer oder religiöser Art) stellt eine grundlegende Herausforderung für die Ethik dar, die sich mit gemeinsamen und widerstreitenden Interessen zu befassen hat. Ethik ist immer eine "Ethik differenter Interessen" ("Interessenethik"), deren Job in einem konzeptionellen Diversity Management von Interessen unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit oder Fairness besteht.

Moralkulturen sind daher für das Theoriedesign der Wirtschafts- und Unternehmensethik von Belang. Es geht nicht nur um die Pragmatik eines moralkulturellen Diversity Managements, sondern ebenso um konzeptionellen Konsequenzen sowohl für die ökonomische als auch für die ethische Theorie. Moral Cultures matter!

Amos international, 3. Jg. (2009), Heft 4, S. 52-53 ()

"Michael Schramm beschäftigt sich in seinem Buch als Ethiker mit der Moralökonomik in einer Weise, die der Debatte neue Denkanstöße verleihen kann. Er geht von dem anregenden Gedanken aus, dass der Kapitalismus in durchaus verschiedenen Formen vorkommt; wir erleben eine "Pluralität des globalen Kapitalismus" und die Pluralität ist moralkulturell bedingt.

Für die Erläuterung der konzeptionellen Kernidee wird Max Webers Unterscheidung von Interessen und Weltbildern (Ideen) angeführt. Interessen, und es gibt immer eine Pluralität divergierender Interessen, treiben die Dinge voran. Ideele Weltbilder hingegen fungieren als Richtungsweiser für diesen Ablauf. Die 'differenten Interessen' stellen den eigentlichen Gegenstand der Ethik dar, womit sie 'grundsätzlich' zu einer 'Ethik differenter Interessen' wird. Weltbilder, Schramms 'Moralkulturen', werden als Hintegrrund dieser Interessen indetifiziert, die Interessen lenken und damit auch ökonomische Interessen (im weiteren und engeren Sinne) beeinflussen ...

Hochschullehrer und andere Dozenten werden für wirtschaftsethische Lehrangebote sicher lohnendes Material in Schramms Monographie finden können. Theologisches Material für eine christliche Profilierung oder Kritik einer moralökonomisch betriebenen Wirtschaftsethik wird nicht verarbeitet. Man kann das in einem Buch eines christlich-sozialethischen Autors vermissen, auch wenn es für den wirtschaftswissenschaftlichen Markt geschrieben wurde. Die Öffnung des wirtschaftsethischen Diksurses für 'kulturelle' Fragen und 'Identitätssemantiken' allein weiter geführt zu haben, ist aber ein Verdienst, das in christlich-sozialethischer Perspektive gewürdigt werden kann."

Wort und Antwort, 4/2008 ()

"Die Frage nach der Gerechtigkeit in ökonomischen Strukturen stellt sich immer wieder neu und dies jeweils unter verschiedenem Blickwinkel. Der Stuttgarter Sozialethiker M. Schramm präsentiert in seinem Buch "Ökonomische Moralkulturen" eine eigenständige These, nach der kapitalistische Pluralität mehrere Ursachen hat, die mit den verschiedenen Moralkulturen einhergehen, weil Ethik in einem konzeptionellen "Diversity Management von Interessen" unter dem begründungstheoretischen Gesichtspunkt der Gerechtigkeit oder Fairness besteht ("Interessenethik"). Die Moralkulturen sind von Belang für das Theoriedesign der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Nach einer Einführung in das, was Schramm mit Moralkultur meint, exemplifiziert er dies anhand einiger konkreter Beispiele. Die unterschiedlichen Moralkulturen haben inhaltlichen Einfluss auf diverse Interessen ökonomisch einschlägiger Akteure (Unternehmen, Konsumenten u. a.) und kanalisieren deren Verhalten im Geschäftsalltag. So werden deutsche und japanische Geschäftspartner gemeinsam geführte Verhandlungen nicht nur jeweils unterschiedlich wahrnehmen, sondern auch verschieden interpretieren - vor allem aus mangelnder Kenntnis der Traditionen der jeweils anderen Seite. Schramm skizziert - für den Laien hochspannend - die konfuzianisch geprägten Moralkulturen, wie sie u. a. in Korea bestimmend sind, sowie die Prinzipien islamischer Gesellschaften. Deutlich sind dabei unterschiedliche Werte in ihrer Pluralität, wie auch am Beispiel China oder USA (sehr interessant mit einem engen Bezug zur schwäbischen Geschäftskultur!) und Indien aufgewiesen wird. Schramm zeigt verständlich und anspruchsvoll zugleich, dass die Zukunft in einem "pluralen Kapitalismus" besteht, der sich an so unterschiedlichen Formen zu orientieren hat wie dem neoliberalen Kapitalismus, der deutschen Sozialen Marktwirtschaft, dem chinesischen Netzwerk-Kapitalismus oder den heterogenen Formen eines islamisch geprägten Kapitalismus."




the author
Prof. Dr. Michael Schramm
Michael Schramm 1995-2001 Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Sozialwissenschaft an der Theologischen Fakultät Erfurt. Seit 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Katholische Theologie an der Universität Hohenheim sowie Verantwortlicher für das Wahlfach Wirtschafts- und Unternehmensethik. [more titles]
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  • "beschäftigt sich in seinem Buch als Ethiker mit der Moralökonomik in einer Weise, die der Debatte neue Denkanstöße verleihen kann." ...
    Amos international, 3. Jg. (2009), Heft 4, S. 52-53 more...
  • "Schramm zeigt verständlich und anspruchsvoll zugleich, dass die Zukunft in einem "pluralen Kapitalismus" besteht," ...
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