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Friday, May 25, 2018
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Ökonomisches Denken in klassischer Tradition

Aufsätze zur Wirtschaftstheorie und Theoriegeschichte

Hardcover, Fadenheftung

592 pages ·  39.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-140-4 (November 1997 )

 
lieferbar in stock
 

Dieser Band versammelt Arbeiten aus den letzten Jahren, die sich mit den zwei großen Denktraditionen in der Wirtschaftstheorie beschäftigen: der "klassischen" und der "marginalistischen" oder "neoklassischen". Der Autor versucht den klassischen Ansatz, der zeitweise in Vergessenheit zu geraten drohte und erst in jüngster Zeit wiederbelebt wurde, im Hinblick auf die darin verwendete Untersuchungsmethode, seine analytische Reichweite und seinen Gehalt genau zu fassen und mit der alternativen neoklassischen Sicht zu konfrontieren. Die Betrachtungsweise ist analytisch und theoriegeschichtlich. Behandelt werden unter anderem das Problem des freien Wettbewerbs und der sich ergebenden langfristigen Positionen des ökonomischen Systems in klassischer und neoklassischer Perspektive.

Neben Arbeiten, die sich den Werken von Adam Smith und David Ricardo sowie ausgewählten Fragen daraus widmen, finden sich solche, die mit der allmählichen Herausbildung der Neoklassik befasst sind. Das Schwergewicht liegt dabei auf den frühen Beiträgen deutscher Autoren wie Johann Heinrich von Thünen und Friedrich Benedikt Wilhelm von Hermann sowie der werttheoretischen Kontroverse um die Jahrhundertwende in der deutschen theoretischen Nationalökonomie. Diskutiert werden des weiteren der kapital- und zinstheoretische Beitrag Eugen von Böhm-Bawerks sowie die Kontroverse zwischen Friedrich August von Hayek, John Maynard Keynes und Piero Sraffa in den dreissiger Jahren. Ein Teil der Arbeit befasst sich mit der Wachstumstheorie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Behandelt werden insbesondere die klassischen Beiträge von Smith, Ricardo und John von Neumann sowie einige der bekanntesten Modelle der sogenannten "neuen" Wachstumstheorie. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass das, was sich "neu" nennt, häufig nur Altbekanntes in anderer Verpackung ist. Ein Wort Schumpeters aufgreifend könnte man sagen, einige Gäste kommen maskiert zum Feste.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.1998 ()

"Kurz hat in seinem Buch vierzehn gut lesbare, in der Mehrzahl nichtmathematische Beiträge aus seiner eigenen Feder zusammengefaßt. ... Die Palette der Themen belegt das weitgespannte Interesse des Autors ... Wer sich für ökonomische Theoriegeschichte interessiert, wird in diesem inhaltsreidchen Sammelband viele Anregungen finden."

Die Furche 21, 21./27.Mai 1999 ()

"Bahnt sich in der Volkswirtschaftslehre ein Umdenken an? Noch steht das Theoriegebäude der neoklassischen ökonomischen Denker wie ein Block, scheint kaum zu erschüttern. Doch so ganz und gar hinwegfegen konnte das neoklassische (marginalistische) Denken seine klassische Konkurrenz nie. Das Buch 'Ökonomisches Denken in klassischer Tradition' von Heinz D. Kurz ist voll brisanter Munition in dieser keineswegs entschiedenen Auseinandersetzung. Die 'Aufsätze zur Wirtschaftstheorie und Theoriegeschichte' (Untertitel) des in Graz lehrenden Professors für Volkswirtschaftslehre sind nicht nur zum Teil brillant geschrieben, bestechen durch polemischen Schwung, sondern legen mit einer in diesem Metier ungewöhnlichen Klarheit die Schwachstellen und Widersprüche der neoklassischen Lehren bloß. ...

Kurz argumentiert überzeugend, was keineswegs bedeutet, daß man in allem übereinstimmen muß. Er weist der marginalistischen Denkrichtung ihre Widersprüche und Ungereimtheiten nach und zeigt auf, warum der Paradigmenwechsel hin zur Neoklassik, bei dem die Österreichische Schule der Nationalökonomie eine führende Rolle spielte, keinen Fortschritt zu einem tieferen, widerspruchsfreieren, der Wirklichkeit besser gerecht werdenden Verständnis der wirtschaftlichen Vorgänge bedeutet hat.

Diese Distanz zur Neoklassik, zur Österreichischen Schule und zu heute oft gedankenlos heruntergebeteten Dogmen macht dieses Werk auch für jene wertvoll, die sich dem Verfasser nicht anschließen. In der Kontraposition werden die marginalistischen Positionen besonders klar herausgearbeitet. Wer sich dieser Lektüre aussetzt und die Neoklassik nachher nicht über Bord wirft, hat jedenfalls gelernt, sein Gelerntes kritisch zu hinterfragen. Er weiß nicht nur, wo er steht, sondern auch, warum.

Man kann das Buch aber auch als kritische Geschichte des ökonomischen Denken lesen - anspruchsvoller, mehr in die theoretische Tiefe gehend, doch in der Haltung ähnlich polemisch und erfrischend wie der Klassiker 'Dogmen der Wirtschaftswissenschaft' der Keynes-Gesprächspartnerin und 'Links-Keynesianerin' Joan Robinson."



Utopie kreativ 1/1999, S. 87-89 ()

"... Ebenfalls besonders hervorhebenswert ist der Aufsatz zur deutschen theoretischen Nationalökonomie zu Beginn des 20. Jahrhunderts (S. 275ff.). Die hier behandelte Periode gehört zweifelsohne zu den spannendsten Abschnitten deutscher Theoriegeschichte, aber nicht etwa, weil hier Herausragendes geleistet wurde, sondern eher weil das Gegenteil zutraf und die Diskussion das böse Wort von Karl Marx, wonach es sich bei den deutschen Ökonomen um 'bloße Schüler, Nachbeter und Nachtreter, Kleinhausierer des ausländischen Großgeschäfts' (S. 281) handele, nachträglich bestätigte. H.D. Kurz bemüht sich um begriffliche Klärung und Systematisierung, er versucht eine Lagebestimmung der theoretischen Ökonomie um 1900 vorzunehmen und zeigt schließlich, welche Verdienste den herausragenden Köpfen deutscher Ökonomie unter den gegebenen Umständen und Bedingungen zukommen. Der Text vermittelt so einen hervorragenden Überblick über eine ansonsten vernachlässigte Periode ökonomischer Theorieentwicklung. Der sich daran anschließende Aufsatz zu Franz Oppenheimer zeigt, welche 'Schätze' an theoretischen Einsichten und Reformideen noch zu heben sind, vorausgesetzt, man verläßt den Mainstream der neoklassischen Orthodoxie."


the author
Prof. Dr. Heinz D. Kurz
Heinz D. Kurz ist seit 1988 Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre am Department of Economics der Universität Graz. [more titles]
known reviews by the publisher
  • Wer sich für ökonomische Theoriegeschichte interessiert, wird in diesem inhaltsreidchen Sammelband viele Anregungen finden." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.1998 more...
  • AWT Info (Pädagogische Hochschule Weingarten) 1/1998
  • "sind nicht brillant geschrieben, bestechen durch polemischen Schwung, sondern legen mit einer ungewöhnlichen Klarheit die Schwachstellen und Widersprüche der neoklassischen Lehren bloß." ......
    Die Furche 21, 21./27.Mai 1999 more...
  • "zeigt, welche 'Schätze' an theoretischen Einsichten und Reformideen noch zu heben sind" ...
    Utopie kreativ 1/1999, S. 87-89 more...
  • S. 491-495
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