Marlen Arnold, Bernd Siebenhüner
31 Seiten · 6,69 EUR
(April 2007)
Aus der Einleitung:
Immer mehr Unternehmen etablieren Konzepte und Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements. Sie setzen dabei Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung in ihrem Handeln bei der Produkt- und Prozessgestaltung um. Sie richten aufwändige Berichterstattungssysteme ein, versuchen ihre Aktien in ethischen Anlagenfonds anzubieten und installieren Nachhaltigkeitsabteilungen in ihren Organisationsstrukturen. Unter dem Leitprinzip der Nachhaltigkeit führen sie Maßnahmen des betrieblichen Umweltmanagements und der gesellschaftlichen Verantwortung, z.B. gegenüber den lokalen Kommunen, durch und festigen dabei auch ihre ökonomische Existenz. Diese werden in den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen dokumentiert und an die Stakeholder kommuniziert. Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich zunächst die Frage, wann und warum Unternehmen derartige Maßnahmen ergreifen und welche Überlegungen dahinter stehen. Ein erster Blick zeigt eine große Vielfalt von Zugängen, Konzepten, Berichterstattungsansätzen und Instrumenten des Nachhaltigkeitsmanagements. Es ist daher anzunehmen, dass die individuellen Antworten der Unternehmen vorwiegend auch von ihnen selbst entwickelt und umgesetzt werden und nicht „von der Stange“ gekauft werden. Es sind folglich unternehmensspezifische Lern- und Wissensgenerierungsprozesse in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu vermuten, die in diesem Kapitel im Vordergrund der Betrachtung stehen sollen. So widmet der Beitrag sich den Fragen, wann und warum Unternehmen Lernprozesse auf organisationaler Ebene in Richtung nachhaltiger Entwicklung durchführen und welche Faktoren diese fördern oder hemmen. Die Beantwortung dieser Fragen beruht in diesem Kapitel auf der empirischen Analyse von Unternehmen in den Bedürfnisfeldern Bauen & Wohnen, Mobilität und Kommunikation & Information. Im Rahmen von sechs Unternehmensfallstudien wurden nachhaltige Innovationsprozesse und ihre Auslöser untersucht. Die Feldstudien hierfür wurden in der zweiten Jahreshälfte 2004 durchgeführt.
Konzeptionell baut die Analyse auf Ansätzen des organisationalen Lernens auf, aus denen ein Analyseraster entwickelt wurde, das im nachfolgenden Abschnitt 2 erläutert wird. Der darauf folgende Abschnitt 3 gibt die wesentlichen Ergebnisse der Querauswertung des Datenmaterials wieder. Abschnitt 4 bündelt die Ergebnisse und zieht Schlussfolgerungen aus der Untersuchung.