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Mittwoch, 23. Mai 2012
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Pierre Bourdieus Konzeptualisierung von „Sozialkapital“
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Franz Schultheis

Pierre Bourdieus Konzeptualisierung von „Sozialkapital“

26 Seiten · 7,38 EUR
(Januar 2008)

 
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Schlussbemerkung:

Man kann also unschwer in Bourdieus Sicht und Verwendung des Konzeptes „Sozialkapital“ die für ihn typische herrschaftssoziologische Herangehensweise an gesellschaftliche Strukturen und Praktiken identifizieren. Wie auch andere Ressourcen materieller oder immaterieller Art ist dieses Gut gesellschaftlich ungleich verteilt. Je nach sozialer Herkunft, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und anderen Mustern sozialer Schließung und Ausschließung sind die Zugangschancen zu dieser Handlungsressource mehr oder minder groß und je nach Zugang zu diesem Kapital sind wiederum auch die Chancen des Zugangs zu anderen Typen gesellschaftlicher Güter verschieden. Dieser soziologisch höchst wichtige Zusammenhang gerät aus dem Blick, wo man in der Tradition des Strukturfunktionalismus „Sozialkapital“ global als die eine konkrete Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt kennzeichnenden Solidaritätsressourcen und sozialen Bindungen betrachtet und hierbei so verfährt, als ob – analog gedacht – die sehr ungleiche Verteilung ökonomischen Reichtums bei dessen Thematisierung und Bilanzierung nicht von Relevanz sei.


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Sozialkapital: eine (un)bequeme Kategorie
Wenzel Matiaske, Gerd Grözinger (Hg.):
Sozialkapital: eine (un)bequeme Kategorie
Der Autor
Prof. Dr. Franz Schultheis
Franz Schultheis studierte Soziologie an den Universitäten Freiburg, Nancy, Konstanz und der EHESS/Paris, lehrte und forschte an den Universitäten Konstanz, Paris V., Montreal, Neuchâtel und Genf und ist heute als Professor für Soziologie an der Universität St. Gallen tätig. Er ist Mitglied des Nationalen Forschungsrates der Schweiz und Präsident der Stiftung Pierre Bourdieu/Genf. Seit 1986 ist er darüber hinaus als chercheur associé am vom Pierre Bourdieu gegründeten Centre de Sociologie Européenne/Paris tätig, Redaktionsmitglied von Actes de la Recherche en Sciences Sociales und gibt des weiteren die Reihe édition discours bei UVK heraus. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich interkulturell vergleichender Wohlfahrtsstaatsanalyse, Armut und Ausgrenzung, Soziologie privater Lebensformen und Geschlechterbeziehungen und der Sozialstrukturanalyse.