Thorsten Schulten
24 Seiten · 5,96 EUR
(August 2005)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Der politischen Ökonomie gesetzlicher Mindestlöhne wendet sich Thorsten Schulten in seinem Beitrag zu. Deutschland gehöre zu den wenigen Ländern innerhalb Europas und darüber hinaus in der OECD, in denen kein gesetzlicher Mindestlohn existiert. Für die überraschend aufgeflammte deutsche Debatte um gesetzliche Mindestlöhne sei es daher wichtig, die internationalen Erfahrungen mit diesem Instrument auszuwerten. Hierbei werden zunächst die unterschiedlichen theoretischen Positionen zu gesetzlichen Mindestlöhnen und ihrer sozialen und ökonomischen Bedeutung rekapituliert. Im Weiteren werden die Verbreitung und Entwicklung gesetzlicher Mindestlöhne in Europa und den USA nachgezeichnet und ihre Auswirkungen auf die Beschäftigung und Einkommensverteilung analysiert. Vor dem Hintergrund der internationalen Erfahrungen wird dann der Frage nachgegangen, ob auch in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden soll. Dabei werden zunächst die zunehmenden Lücken in der deutschen Mindestlohnsicherung aufgezeigt. Nach einer Diskussion der verschiedenen Modelle zur Einführung einer gesetzlichen Mindestlohnregelung wird abschließend die These vertreten, dass nur ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn, der im Idealfall mit einer Stärkung des Instruments der Allgemeinverbindlichkeitserklärung kombiniert wird, in der Lage sei, die bestehenden Lücken bei der Mindestlohnsicherung in Deutschland zu schließen.