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Sunday, October 22, 2017
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Politische Ökonomik großer Transformationen

"Jahrbuch Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik"  · volume 15

359 pages ·  34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1169-1 (December 2015 )

 
 
Im beginnenden 21. Jh. zeichnet sich ein Zusammenfallen verschiedener Entwicklungen ab, welche Fragen nach einer grundlegenden Transformation des Institutionengefüges aufwerfen. Globalisierung, Informations- und Kommunikationstechnologien bieten neue Möglichkeiten, deren Nutzung zum Vorteil aller institutionellen Wandel voraussetzt. Horizonte institutioneller Transformation ergeben sich aus Umgang mit Großrisiken, dem Klimaproblem und anderen planetarischen Grenzen sowie aus makroökonomischen Ungleichgewichten. Auch in großen Transformationen wird nicht falsch, was früher in der Ökonomie gültig war. Sie sind jedoch nicht ohne neue Zugänge zu verstehen. In diesem Band werden daher spezifische Beiträge der Ökonomik zum Verständnis großer Transformationen ausgelotet:
  • Analyse großer Transformationen in der Geschichte: Karl Polanyi
  • Analytische und begriffliche Elemente zu Verständnis und Diagnose langer Zeitskalen und umfassender Wechselwirkungen
  • Große Transformationen, Institutionenökonomik und Neue Politische Ökonomik: Interdependenzen von Wirtschaft, Umwelt und sozialer Umgebung
  • Akteure des Wandels, Ebenen und Gestaltung(sgrenzen)

Richard Sturn
Falsche Preise? Neue Spiele? Große Transformationen und ihre ökonomische Basis

Wolfgang König
Die drei großen Revolutionen der Menschheitsgeschichte

Gerhard Wegner
Kapitalistische Transformation aus polit-ökonomischer Sicht - Die Entwicklung Preußens

Hans G. Nutzinger
Great Transformation und die gewaltsame Geburt des Kapitalismus - Karl Polanyi und Karl Marx

Reinhard Blomert
Die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der Marktutopie - Grenzen des Liberalismus

Ulrich Klüh
Denken in Makroregimes und Große Transformationen: Eine Anwenderperspektive

Bernd Meyer
Die Modellierung der Großen Transformation - Abbildung der Interdependenzen zwischen Wirtschaft, Umwelt und sozialem System

Kora Kristof
Wege zum Wandel: Was sind die zentralen Erfolgsfaktoren für gesellschaftliche Veränderungen?

Dorothee Rodenhäuser
Indikatoren für eine Große Transformation: Implikationen unterschiedlicher Diskurse

Irmi Seidl, Angelika Zahrnt
Transformation in eine Postwachstumsgesellschaft

Lucia A. Reisch, Sabine Bietz
Zeit, Wohlstand und Gutes Leben: Was kann Zeitpolitik zur Großen Transformation beitragen?

Erik Gawel, Norman Bedtke
Große Transformationen aus Sicht der Institutionenökonomik und der Neuen Politischen Ökonomik

Martin Held
Große Transformation - von der fossil geprägten Nichtnachhaltigkeit zur postfossilen nachhaltigen Entwicklung
Ökologisches Wirtschaften, Heft 2, 2016, S. 31 ()

"Der beschleunigte gesellschaftliche Wandel, globale Problemlagen und akut werdende Herausforderungen für die Steuerungsfähigkeit moderner Gesellschaften bilden den thematischen Horizont der 13 Beiträge dieses Sammelbandes. Sie befassen sich mit verschiedenen Veränderungsprozessen sowie daraus entstehenden Handlungsbedarfen und Gestaltungsmöglichkeiten. Die Zugänge der 17 Autoren/innen sind sehr divers und nutzen vor allem institutionenökonomische Konzepte und solche der Neuen Politischen Ökonomik. Gemeinsam ist ihnen die Einbeziehung gesellschaftlicher Kontextbedingungen, wie etwa Gegenbewegungen zur Ausweitung von Märkten oder Steuerungsmacht "makroökonomischer Strukturen" über andere gesellschaftliche Teilbereiche, und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse. ...

Der Sammelband bietet einen guten Einblick in ausgewählte Zugänge zum Thema Große Transformation. Leider werden die vielgestaltigen Ansätze nicht aufeinander bezogen oder gemeinsame Definitionen angeboten. Gleichwohl beweisen die Zugänge mit ihrem Einbeziehen geschichts-, politik- und sozialwissenschaftlicher Konzepte, wie fruchtbar interdisziplinäre Bemühungen sein können. Angesichts der großen Herausforderungen sind realitätsnahe, also transformative Beiträge aus den Wissenschaften nicht "einfacher" zu haben."



P.S:, 1/2016 ()

"Mit derart hochkomplexen Prozessen befasst sich das erwähnte Jahrbuch. Martin Held von der Evangelischen Akademie Tutzing ist Mitherausgeber und verantwortlich für eine mit der Publikation verknüpfte Tagung, welche im März dieses Jahres fortgeführt wird. Dann soll es um die "Institutionen in der Transformation" gehen. In seiner Zwischenbilanz geht er von der im September durch die UNO verabschiedeten Nachhaltigkeits-Agenda mit Zielen für 2030 aus. Schon bei dieser sieht er reichlich Widersprüche und "keine in sich kohärenten Zielsetzungen". Doch "die normative Grundaussage" bleibe erkennbar: "Die Trends in Richtung Nichtnachhaltigkeit sollen umgekehrt und eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit gefördert werden." Das gelte sowohl für die "nach alter Diktion" unterentwickelten wie für industrialisierte Staaten. Alle werden "Transformationsländer", aber das haben wir "erst noch zu begreifen". Unabhängig von den globalen Gipfeltreffen sprächen starke Indizien dafür, dass "in diesen Jahren" eine Geschichtsphase und mit dieser "das bisher dominante, weltweit ausstrahlende, nichtnachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem" an ihr Ende kommen. Held hält den Klimawandel für die zentrale Herausforderung, aber eng mit weiteren schweren Krisen verknüpft. Bei der Konferenz von Paris erwartete er wie viele ein Scheitern, doch die äusseren Umstände würden ein Handeln erzwingen. Wetterextreme, die Konkurrenzkämpfe und Kriege um Ressourcen, Flucht und Migration werden als Alarmzeichen in verschiedenen Beiträgen angeführt.

In einem der ersten ordnet Wolfgang König als Historiker den Zeitraum, in dem wir leben, als jüngste von "drei grossen Revolutionen der Menschheitsgeschichte" ein - nach der Neolithischen und der Industriellen. Die laufende Umbruchphase ist noch nicht benannt. Auch für Held hat die mit enormer Beschleunigung "gleichzeitig in vielen Regionen der Erde" angelaufene Grosse Transformation historische Dimension. Darum sollten auch Ökonominnen und Ökonomen nicht weiter zuwarten, sondern die sozial-ökologischen Alternativen zum Forschungsgegenstand machen, um mit anderen Wissenschaften, der Politik und zivilgesellschaftlichen Kräften zum Übergang in eine zukunftsfähige globale Ordnung beizutragen. Das passt als Appell gut zum Gründungsziel des Verlages, der 1986 dank einer Studenteninitiative am Fachbereich Wirtschaft der Universität Marburg entstand: Gegenentwürfen zur "neoklassischen Ökonomik" sollten wieder mehr Raum bekommen. Mit der Ökologiefrage sowie mit Studien zu institutionellen Voraussetzungen gesellschaftlicher Veränderungen gewann die interdisziplinäre Zusammenarbeit an Gewicht. Sie prägt auch dieses Buch.

Weg vom Wachstum - wohin?

In den Texten spiegeln sich intensive wissenschaftliche Debatten, die zwar weit weg vom parlamentarischen Parteienstreit scheinen, aber zur inhaltlichen Fundierung wichtig wären. Vorab lockte mich die Skizze der "Transformation in eine Postwachstumsgesellschaft", die Irmi Seidl mit Angelika Zahrndt beisteuert. Wer kennt die einschlägigen Arbeiten dieser Dozentin der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf? Davon will die offizielle Politik bis ins rotgrüne Lager hinein lieber nichts hören. Selbst wenn das Thema "auf der Agenda der Regierung" stünde, wäre damit noch wenig getan, denn es müssen "Ideen, Konzepte und Handlungsmöglichkeiten vorhanden sein, getragen von Personen, die politisch zu handeln bereit sind." Und zum Politologischen kommt das weite Feld des Psychologischen. Es wird "sehr viel Innovation, Pioniergeist, Wissen und Intellekt gebraucht", es entstehen "Widersprüche, Konflikte und unvorhersehbare Dynamiken". Rahmenbedingungen für offene, partizipative Lösungsprozesse sind zu schaffen. In einer Auslegeordnung uns bald besonders bedrängender Probleme werden Ansatzpunkte für acht Bereiche benannt, vom Gesundheitswesen über den Arbeitsmarkt bis hin zu den Staatsfinanzen.

Manchmal wird modellhaft mit Grafiken nachgeholfen. Banal, doch des Erinnerns immer wert ist der Teufelskreis, der bei Gawel und Bedtke zum "Technoinstitutionellen Komplex des automobilbasierten Verkehrssektors" im Mittelpunkt der Abbildung 1 steht: "Ausbau des Strassennetzes", "Zunahme des Strassenverkehrs", "Steigende Steuereinnahmen", "Ausbau ..." Weitaus komplizierter eine Formel, die "Nachfrage- und Grenzkostenfunktion für erneuerbare Energien" darstellt. Da verstand ich nur Bahnhof."




the authors
Dr. Martin Held
Martin Held Studienleiter für Wirtschaft und Nachhaltige Entwicklung an der Evangelischen Akademie Tutzing. [more titles]
Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke
Gisela Kubon-Gilke Professorin für Ökonomie und Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule Darmstadt. [more titles]
Prof. Dr. Richard Sturn
Richard Sturn geb. 1956, ist seit 1997 Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Graz und seit 2004 Forschungsdekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. [more titles]
known reviews by the publisher
  • "guter Einblick" ...
    Ökologisches Wirtschaften, Heft 2, 2016, S. 31 more...
  • "Gegenentwürfe zur "neoklassischen Ökonomik" sollten wieder mehr Raum bekommen" ...
    P.S:, 1/2016 more...
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