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Friday, December 15, 2017
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Präferenzgerechte Versorgungsangebote zur Kundenbindung im Kassenwettbewerb
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Präferenzgerechte Versorgungsangebote zur Kundenbindung im Kassenwettbewerb

Zur Rolle der Conjoint-Analyse im Kundenbindungsmanagement von Krankenkassen

15 pages · 2.88 EUR
(July 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Das System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) war bis zur Mitte der 1990er Jahre weitgehend ein wettbewerblicher Ausnahmebereich innerhalb der sozialen Marktwirtschaft Deutschlands. Gekennzeichnet durch die Zuweisung der Pflichtversicherten zu bestimmten Krankenkassen bzw. Kassenarten (vormalige RVO-Kassen), bestand Kassenwettbewerb auf dem Versicherungsmarkt nur insoweit, wie GKV-Mitglieder mit Einkommen oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze die Wahl zwischen RVO- und Ersatzkassen einerseits und GKV und PKV andererseits hatten. Da die Kassenwahlfreiheit auf den relativ kleinen Kreis der freiwillig Versicherten beschränkt war, hielten sich die Kassenwechsel und dementsprechend auch der Wettbewerbsdruck auf die Kassen in äußerst engen Grenzen. Hinzu kam, dass das Versorgungsgeschehen auf dem Leistungsmarkt nicht durch individuelle Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern, sondern durch administrative Vorschriften des SGB V sowie „gemeinsam und einheitlich“ verhandelte kollektivvertragliche Vorgaben gesteuert wurde. Damit war sowohl die Absatz- als auch die Beschaffungsseite der Krankenkassen weitestgehend dem marktwirtschaftlichen Allokationsmechanismus entzogen.

Erst durch das Gesundheitsstruktur-Gesetz (GSG) von 1992 wurden die Weichen zur wettbewerblichen Ausrichtung des GKV-Systems gestellt. Der entscheidende Schritt dazu war die Gewährung der Kassenwahlfreiheit für die meisten der GKV-Mitglieder zum 1.1.1996. Er wurde flankiert durch einen auf Dauer angelegten kassenartenübergreifenden Risikostrukturausgleich (RSA) zum 1.1.1994, mit dem die divergierenden Risikostrukturen innerhalb der Kassenlandschaft neutralisiert und ein funktionsgerechter Kassenwettbewerb ohne wettbewerbswidrige Risikoselektion gewährleistet werden sollten. Außerdem brachte das GSG erstmals klar definierte Markteintritts-, Marktaustritts- und Zusammenschlussregeln sowie eine wettbewerbsadäquate Unternehmensverfassung für die Kassen, wodurch die intendierte „solidarische Wettbewerbsordnung“ der GKV erkennbar Gestalt annahm. Leider ist der Gesetzgeber auf halbem Weg stehen geblieben: Er versäumte es, den Kassen und Leistungserbringern jene Handlungsmöglichkeiten bzw. Wettbewerbsparameter zu gewähren, derer sie bedürfen, um im Wettbewerb untereinander eine patientengerechte, effektive und effiziente Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Da auch die nachfolgenden Gesundheitsreformen den GKV-Leistungsmarkt nicht generell für individuelle Vertragsbeziehungen bzw. „selektives Kontrahieren“ zwischen Kassen und Leistungserbringern geöffnet, sondern allenfalls selektivvertragliche „Insellösungen“ zugelassen haben, ist die solidarische Wettbewerbsordnung insoweit ein Torso geblieben. Die gesundheitsökonomische Forderung nach einer durchgängigen Steuerung der GKV-Gesundheitsversorgung durch den Wettbewerb der Akteure um individuelle Leistungsverträge – so genannter „Vertragswettbewerb“ – steht deshalb nach wie vor mit an oberster Stelle der Reformagenda.