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Thursday, September 21, 2017
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Privateigentum und Geld

Kontroversen um den Ansatz von Heinsohn und Steiger

"Studien zur Monetären Ökonomie"  · volume 24

350 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-258-3 (November 1999 )

 
lieferbar in stock
 

Mit ihrer Arbeit »Eigentum, Zins und Geld« erheben Gunnar Heinsohn und Otto Steiger den Anspruch, ein neues, eigenständiges Paradigma für eine ökonomische Theorie vorgelegt zu haben. Die in diesem Band dokumentierte Diskussion überprüft diesen Anspruch anhand folgender Kriterien: Erfüllt ihre Theorie die Kriterien eines ökonomischen Paradigmas? Wie verhält sie sich zu den bestehenden Theorien? Ergeben sich aus ihrem Ansatz progressive Problemverschiebungen? Welche wirtschaftspolitischen Implikationen hat ihr Zugang? Mit welchen Bedeutungen werden die von ihnen verwendeten ökonomischen Begriffe aufgeladen und inwieweit verdanken sich ihre Ergebnisse den daraus resultierenden Bedeutungsverschiebungen?

Der Ansatz der Privateigentumswirtschaft: Heinsohn/Steiger: Was ist Wirtschaften? · Stadermann: Wesentliche Eigenschaften der Währung und des Geldes. · Geld- und werttheoretische Kritik: Heering: Genese von Zahlungsmitteln in Marktökonomien · Riese: Die Apokryphen des Gunnar Heinsohn und Otto Steiger · Roy: Eigentum, Besitz und die regulation by panics in der Theorie von Heinsohn/Steiger · Die Konsequenzen für die Wirtschaftspolitik: Herr: Die Rolle des Eigetums im Transformationsprozeß · Aldenborg: Über die Bedeutung des Eigentums für den Aufbau des Geldmarktes in Slowenien · v. Thadden: Zentralbank-Defekt vs. Zentralbanktheorie-Defekt? · Niquet: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise im Licht divergierender theoretischer Ansätze · Methodologische Fragen: Köllmann: Methodologische Anmerkungen zu Heinsohn/Steiger · Muchlinski: Eigentumsprämie, Liquiditätsprämie und Property Rights · Diskussion und Repliken.
Utopie kreativ, Jan. 2001, S. 79-81 ()

"... Grundlage für die Diskussion war das damals gerade erschienene Buch von Heinsohn und Steiger ('Eigentum, Zins und Geld'), in dem die Autoren zum ersten Mal ihre geldtheoretische Position umfassend und systematisch dargelegt haben. Dieser, in der 'scientiflc community' heftig umstrittene Theorieansatz spiegelt sich bereits im Titel des Konferenzbandes wider, denn im Kern geht es Heinsohn und Steiger um nichts anderes als die Herleitung des Geldes aus dem Privateigentum. Sie definieren Geld als 'anonymisiertes Anrecht auf Eigentum', das nur 'gegen die Blockierung von Eigentumstiteln in die Welt kommt' (S. 321). Dieser Ansatz bedeutet gegenüber anderen Gelderklärungen nicht nur eine Neuerung, sondern einen paradigmatischen Bruch. ... Aber damit nicht genug: Sie verbinden dies zugleich auch noch mit dem Anspruch, endlich geklärt zu haben, was 'Wirtschaften' eigentlich bedeutet, wie der 'Zins' zu begründen ist und wie Ökonomie, Recht und Geschichte aufeinander bezogen sind. Dies stieß natürlich auf ein geteiltes Echo. So finden sich in dem Buch ebenso Äußerungen euphorischer Zustimmung (Stadermann, Muchlinski u. a.) wie vehementer Ablehnung und Distanzierung wobei letztere überwiegen. Dabei gehen einige Autoren sehr weit, zum Beispiel wenn Heinsohn und Steiger ihr eigener Erklärungsansatz als ein 'imperialer Anspruch' (S. 123) vorgehalten wird, bei dem die Wissenschaftlichkeit 'auf der Strecke' bleibe (S. 327). Oder wenn Hajo Riese schreibt, daß Heinsohn und Steiger durch die Veröffentlichung ihres Buches zu 'typischen cranks' geworden seien, die 'zwar beachtet werden, die die Profession aber nicht ernst nimmt' (S. 146) und bei deren Thesen es sich um 'Unsinn' handele (S. 153). Ein anderer Kritiker mutmaßt, daß der ganze 'wortreiche Eigentumsjargon' Heinsohns und Steigers lediglich verdecken soll, daß sie, was die entscheidenden Erklärungen anbelangt, letztlich 'mit leeren Händen dastehen' (S. 170). 'Was ökonomische Theorie begründen soll', so das Verdikt Rieses, 'erweist sich als eine unzulässige Verwendung von Kategorien und was als wissenschaftliche Revolution gedacht war, katapultiert die Autoren aus der scientific community' (S. 146). Und Roy fügt hinzu, daß 'wirtschaftspolitisch gehaltvolle Analysen und Prognosen auf der Grundlage eines solchen theoretischen Fundamentes nicht zu erwarten' (S. 173) sind.

Das ist zwar hart, aber keineswegs das letzte Wort. Die derart Angegriffenen erhielten Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen und Kritiken zu äußern, wovon sie dann auch wortreich Gebrauch machten (vgl. S. 311 ff.). Es ist hier nicht der Ort, die dabei vorgetragenen Positionen und Gegenpositionen bewertend zu kommentieren. Aber soviel soll gesagt werden: Auch die Kritiker sind in ihren Argumentationen keineswegs frei von Schwächen und Fehlern.

Den größten Gewinn zieht der unvoreingenommene Leser aus der Lektüre dieses Buches, wenn er sich keiner der hier vertretenen Auffassungen anschließt, sondern dem Streit der Kontrahenten einfach nur zuschaut - wie einst die Chinesen dem Kampf der Tiger in der Tiefe der Schlucht. Das sehen auch die Herausgeber so, indem sie empfehlen, der Leser möge sich 'über die Validität der ausgetauschten Argumente selbst ein Urteil bilden' (S. 16). Dies wird jedoch, ohne daß dafür bestimmte Voraussetzungen gegeben sind, kaum möglich sein. Insofern sei davor gewarnt, dieses Buch ohne fachliche Vorkenntnisse zu lesen. Neben dem hier diskutierten und damit ohnehin vorausgesetzten Werk von Heinsohn und Steiger, das in einer umfänglichen Bibliographie (vgl. S. 55 bis 71) dokumentiert wird, ist dazu auch die Kenntnis der klassischen, neoklassischen, keynesianischen und monetärkeynesianischen Grundauffassungen zum Geld von Nutzen, wenn nicht gar unabdingbar. Auf dieser Grundlage läßt sich dann aus der Lektüre viel lernen, denn die hier vorgetragenen Argumente besitzen alle eine bestimmte Plausibilität und theoretische Tiefe. Wo trotz aller Überzeugungskraft und Stringenz doch noch Schwachstellen zu finden sind, zeigt die jeweilige Gegenposition auf. ..."




the author
PD Dr. Karl Betz
FH Südwestfalen, Iserlohn. Zuvor wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitation bei Prof. Dr Hajo Riese, FU Berlin. [more titles]
known reviews by the publisher
  • Zeitschrift für Sozialökonomie, 125/2000, S. 44-45
  • "Den größten Gewinn zieht der unvoreingenommene Leser aus der Lektüre dieses Buches, wenn er sich keiner der hier vertretenen Auffassungen anschließt, sondern dem Streit der Kontrahenten einfach nur zuschaut" ...
    Utopie kreativ, Jan. 2001, S. 79-81 more...
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