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Thursday, January 18, 2018
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Privatisierung der Wasserversorgung: Erhöhung der Effizienz oder neofeudales Privilegium?
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Privatisierung der Wasserversorgung: Erhöhung der Effizienz oder neofeudales Privilegium?

33 pages · 5.59 EUR
(September 2009)

 
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Aus den Schlussbemerkungen:

Studierende der Volkswirtschaft bekommen schon zu Beginn ihres Studiums eine erste dicke Lüge aufgetischt: Dass nämlich unser Wirtschaften letztlich den Zweck hat, einen präferenzengerechten Konsum zu ermöglichen. Die Anlagesphäre (Investieren und Sparen) sei lediglich Mittel, um diesen Zweck zu erreichen. Die kapitalistische Wirklichkeit verhält sich leider genau umgekehrt: Sie dreht sich um Rentabilität und zelebriert eine moderne Variante des „Tanzes um das goldene Kalb“. Mittel (Anlagesphäre mit Sparen und Investieren) und Zweck (Konsum) werden pervertiert: Die Konsumsphäre ist lediglich das Mittel, um die Renditeinteressen der Aktionäre als Zweck des Wirtschaftens zu befriedigen. Aristoteles sprach in diesem Zusammenhang von „Chrematistik“. Die von Adam Smith angenommene Harmonie zwischen privatem Gewinnstreben und öffentlichem Interesse will sich unter der Herrschaft des Rentabilitätsprinzips nicht einstellen. Wird das Wasser- und Abwassernetz in private Hände gelegt, schafft man ein leistungs- und wettbewerbsfeindliches Monopol. Zugleich legt man die Saat dafür, dass neue Machtgebilde entstehen, die mit ihren Partikularinteresse den Staat zunehmend vereinnahmen. In Europa befinden sich die größten Wasserkonzerne der Welt. Der ordnungspolitische „GAU“ ist perfekt, wenn dann noch die Wasserentnahmerechte privatisiert werden. Was bei verzichtbaren Gütern ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend ist, kann bei einem existentiell notwendigen Gut wie Wasser und einer existentiell notwendigen Dienstleistung wie der Versorgung mit Wasser nicht einfach hingenommen werden.


quotable essay from ...
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the author
Prof. Dr. habil. Dirk Löhr
Dirk Löhr

Nach dem Studium (Ruhr Universität Bochum) arbeitete Löhr unter anderem als wissenschaftlicher Assistent und Mitarbeiter in einer Steuerberatungsgesellschaft und als Hauptabteilungsleiter für die Deutsche Bahn AG. Seit 1997 ist Löhr als Professor für Steuerlehre und Ökologische Ökonomik an der Fachhochschule Trier tätig, seit 2001 als Steuerberater in einer Heidelberger Kanzlei. Ab 2009 führte Löhr als Consultant der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit / Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit einige Einsätze zur "Sicherung der Landrechte" in Kambodscha durch.

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