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Thursday, January 18, 2018
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Räumliche Aspekte der Sozialen Frage: Ortsbezogenheit von multipler Armut
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Räumliche Aspekte der Sozialen Frage: Ortsbezogenheit von multipler Armut

18 pages · 2.91 EUR
(November 2015)

 
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Aus der Einleitung:

Armut und Formen der sozialen Ungleichheit und Benachteiligung hatten von je her immer auch eine räumliche Dimension. Das betrifft zum einen den klassischen Gegensatz im Wohlfahrtgefälle zwischen Stadt und Land, bei dem die Ortsveränderung und Flucht vom Land in die Stadt immer mit dem Wunsch nach Befreiung aus Armut und Unterdrückung verbunden war. Doch auch die vermeintlichen Orte der materiellen und politischen Verbesserung der Lebensverhältnisse, die Städte, waren seit je her in ihrer räumlichen Struktur Ausdruck der ökonomischen Ungleichheit und des schroffen Gegensatzes zwischen Arm und Reich. Schon im Mittelalter waren die Städte nach Zünften, sozialen bzw. auch religiösen Gruppen getrennt. Diese räumliche Trennung und Konzentration von Bevölkerungsgruppen bezeichnen wir als residentielle Segregation.

Viele moderne Städte in Europa sind im Wesentlichen das Produkt der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Friedrich Engels hat in seiner Schrift „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ die Armut und die katastrophalen Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiterklasse in dieser Zeit und die räumliche Enge und Separierung in den Städten eindrucksvoll beschrieben. Schon damals waren manche Wohngebiete und Stadtteile von großen Städten wie London, Manchester oder Glasgow aufgrund des sozialen Elends in bürgerlichen Kreisen verrufene und stigmatisierte Gebiete der Stadt, in denen man sich nicht freiwillig aufhielt.


quotable essay from ...
Lebenslagen – Beiträge zur Gesellschaftspolitk
Hajo Romahn, Dieter Rehfeld (Hg.):
Lebenslagen – Beiträge zur Gesellschaftspolitk
the author
Ralf Zimmer-Hegmann

Dipl.-Sozialwissenschaftler, Forschungsgruppenleiter „Sozialraum Stadt“ am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund. Arbeitsschwerpunkte: Stadtsoziologie, Evaluation und Monitoring, integrierte Konzepte der Quartiers- und Stadtentwicklung.