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Sunday, December 17, 2017
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Reformbereitschaft und Managemententlohnung im Lichte der fiskalischen Redistribution
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Reformbereitschaft und Managemententlohnung im Lichte der fiskalischen Redistribution

30 pages · 7.13 EUR
(December 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Prämienzahlungen an das ehemalige Top-Management der Mannesmann AG werden in Deutschland Fragen der Entlohnungsgerechtigkeit in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Hintergrund sind gestiegene Spitzengehälter von Managern in einer Zeit mäßiger Wirtschaftsentwicklung, hoher Arbeitslosigkeit und daraus resultierendem politischen Reformdruck. Viele erfolgversprechende Reformvorschläge sind auf zumindest kurzfristige Zugeständnisse unterer und mittlerer Einkommensgruppen angewiesen. Zugeständnisse, die von der Bevölkerung in einer Demokratie weitgehend verweigert werden können. Hat die wahrgenommene Managerentlohnung Einfluss auf die Bereitschaft zu Reformen, wird aus dem originär betriebswirtschaftlichen Problem der Managerentlohnung ein gesellschaftliches Problem, für das ökonomische, politische und psychologische Erklärungsansätze relevant werden. Die zentralen Fragestellungen dieses Beitrags lassen sich aus dieser Grundproblematik herleiten: Beeinflußt die Wahrnehmung der Managerentlohnung die politische Reformbereitschaft der Bevölkerung? Welche Konsequenzen ergeben sich für die gesellschaftliche Umverteilung und die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns? Lassen die Ergebnisse Rückschlüsse auf politische Maßnahmen wie Offenlegungsrichtlinien und Höchstlöhne für Manager zu?

Zur Beantwortung der Fragen werden zunächst ein Überblick über die öffentliche Wahrnehmung und Kritik der Managerentlohnung gegeben und mögliche politische Reaktionen diskutiert. Daraufhin werden das Reformpotential der Bevölkerung und dessen Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns beschrieben. In Abschnitt 3 wird ein Überblick über die relevante theoretische und empirische Literatur gegeben, während Abschnitt 4 zeigt, wie der Einfluss der Bevölkerung auf der politischen Ebene in Modellen der Neuen Politischen Ökonomie abgebildet werden kann. Es wird davon ausgegangen, daß politische Entscheidungen auf die Popularität in der Bevölkerung ausgerichtet werden und somit die Bedeutung der Reformbereitschaft der Wähler darzustellen ist. Fehlt es Reformen an Akzeptanz in der Bevölkerung, so wird deren Umsetzung zumindest erschwert. Unternehmen sind davon naturgemäß betroffen, da unter anderem Steuersätze und Lohnkosten direkten Einfluss auf die betriebliche Kostensituation haben. Anhand von Varianten des Medianwählermodells zeigen wir, wie nach Einführung fairneßorientierter Individuen der Medianwähler bei steigendem Managerlohn aus drei Gründen für eine erhöhte staatliche Umverteilungsmaßnahmen stimmt: Der Unterschied zwischen Medianwählereinkommen und Durchschnittseinkommen steigt, fairneßorientierte Individuen stimmen für mehr Umverteilung und der Anteil fairneßorientierter Bürger an der Bevölkerung steigt. In Abschnitt 5 wird dann anhand von Umfragedaten aus dem Sozio-Oekonomischen Panel (SOEP) empirisch analysiert, welchen Einfluß die wahrgenommene Fairness von Managerentlohnungen auf die Parteienpräferenz, die politische Partizipationsbereitschaft und der Beurteilung der Steuerprogression hat. Der Beitrag schließt mit einigen Bemerkungen in Abschnitt 6.


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Ordnungspolitik für den öffentlichen Sektor
Bernhard Neumärker, Claus Schnabel (Hg.):
Ordnungspolitik für den öffentlichen Sektor
the authors
Prof. Dr. K. J. Bernhard Neumärker
K. J. Bernhard Neumärker

Professor für Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt Ordnungspolitik in der Abteilung für Wirtschaftspolitik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Mitglied des Centre for Security and Society an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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Dr. Nils Hesse
Nils Hesse

geboren 1978, studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Volkswirtschaftslehre und Politik in Freiburg. In seinen Abschlussarbeiteten beschäftigte er sich mit der öffentlichen Reformbereitschaft Deutschlands. Nach einer Tätigkeit im Deutschen Bundestag arbeitet er heute als Referent für Verbraucherpolitik beim Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI).

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