Anne Busch und Elke Holst
35 Seiten · 5,60 EUR
(November 2008)
Zusammenfassung
Die auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) vorgenommenen Verdienstschätzungen für Angestellte im erwerbsfähigen Alter zeigen, dass nicht nur Humankapitalausstattungen, sondern auch regionale Rahmenbedingungen einen Einfluss auf das geschlechtsspezifische Lohndifferential haben. Bei hoher regionaler Arbeitslosigkeit (Kreisebene) müssen Frauen beispielsweise höhere Verdienstabschläge als Männer hinnehmen. Weiterhin zeigt sich, dass in Ballungsräumen Männer – aber nicht Frauen – einen höheren Verdienst erzielen als jene in ländlichen Gebieten. Offenbar ist es Männern besser möglich, die positiven Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes in Großstädten in einen Verdienstvorteil umzusetzen. Diese Zusammenhänge sind das Ergebnis einer Verdienstschätzung mit Heckman-Korrektur für Selektionseffekte. Sie zeigt, dass der „gender pay gap“ zu fast zwei Dritteln (64 Prozent) mit den im Modell berücksichtigten Charakteristika erklärt werden kann (Oaxaca-Blinder-Dekomposition). Der Restanteil von gut einem Drittel (36 Prozent) geht auf andere nicht beobachtete Faktoren zurück, zu denen auch diskriminierend wirkende Mechanismen auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes gehören.