Joachim Becker
28 Seiten · 5,63 EUR
(November 2009)
Aus der Einleitung:
Die Regulationstheorie ist vorwiegend aus der marxistischen Diskussion heraus entstanden. Im Kontext wirtschaftlicher Umbrüche entwickelten regulationistische ÖkonomInnen intermediäre Kategorien zur Analyse der Akkumulationsdynamik und der gesellschaftlichen Prozeduren, mit welchen die gesellschaftlichen Widersprüche kapitalistischer Ökonomien bearbeitet und vorübergehend eingehegt werden können. Der Komplex dieser gesellschaftlichen Prozeduren wird als Regulation bezeichnet. Dieser Begriff ist weiter gefasst als der Begriff der Regulierung, da er auch explizit Machtbeziehungen und relevante gesellschaftliche Normen einbezieht. Damit entgeht die Regulationstheorie einer technokratischen Einengung bei der Analyse und Konzipierung der Wirtschaftspolitik. Eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung ist aus Sicht der regulationistischen ÖkonomInnen nur vorübergehend möglich. Tendenzen zu Krise und Instabilität sind der kapitalistischen Entwicklung inhärent. Auch für die Krisenanalyse haben regulationistische ÖkonomInnen Kategorien entwickelt. Eine starke Strömung hat sich hierbei von den marxistischen Wurzeln entfernt und institutionalistischen Positionen angenähert. Die regulationistischen Analysen und Diskussionen sind nicht auf Ökonomie beschränkt geblieben, sondern sind auch von anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen, vor allem der Politikwissenschaft und der Geografie aufgegriffen und fortentwickelt worden.