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Monday, October 23, 2017
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Religion, Werte und Wirtschaft

China und der Transformationsprozess in Asien

284 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-374-1 (February 2002 )

27 Spalten Sach- und Personenregister

 
lieferbar in stock
 

Spätestens seit Max Webers klassischer Studie über die protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus sind die religiösen und kulturellen Grundlagen wirtschaftlichen Handelns und wirtschaftlicher Ordnungen Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen geworden. Dieses Buch geht, vor allem am Beispiel der Transformationsgesellschaft Chinas, der Frage nach, welche Variationsbreite möglicher Kapitalismen es in einer zunehmend globalisierten Weltwirtschaft geben kann und wie derartige Ausprägungen eines ursprünglich okzidentalen Gesellschaftsmodells mit den spezifischen historischen, kulturellen und religiösen Grundlagen in Ostasien in Übereinstimmung gebracht werden können.

Am Beispiel Chinas können Chancen und Risiken einer politisch angestrebten Entwicklung hin zur Marktwirtschaft, jedoch auf Basis vorfindlicher und teilweise über lange Zeiträume tradierter religiöser, kultureller und institutioneller Grundlagen besonders gut verdeutlicht werden. Hierbei lassen sich auch Entwicklungstendenzen in und Interdependenzen zwischen den verschiedenen Teilelementen aus Religion, Kultur, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft besonders anschaulich darstellen.

Teil I beschäftigt sich mit »Grundsatzfragen« vor allem im Verhältnis von Religion, Kultur und Wirtschaft, die nicht nur den asiatischen Kontext betreffen. Neben der Analyse von spezifischen Fragen zu Max Webers Handlungstheorie und Thesen zum Verhältnis von Religion und Wirtschaft werden auch die Beziehungen zwischen christlichen Traditionen und modernen Wirtschaftsordnungen sowie unterschiedliche Bedeutungen von »Religion« in Ostasien und Europa erörtert. Sodann werden in Teil II die gegenwärtigen und zukünftigen Chancen des spezifisch chinesischen Transformationsexperiments untersucht. Hier wird insbesondere die Bedeutung kultureller Faktoren für die Herausbildung eines spezifisch chinesischen Kapitalismus erörtert.

Teil III geht über China hinaus und behandelt verschiedene Aspekte sozialer und wirtschaftlicher Beziehungen in Süd- und Ostasien auch außerhalb des engeren chinesischen Wirtschaftsraums. Dabei werden konkrete Studien dem Verhältnis von religiösen und kulturellen Traditionen und der Wirtschaftsordnung in Korea und in Indien gewidmet. Abschließend wird, wiederum am Beispiel Chinas, der allgemeine Zusammenhang zwischen Sozialkapital und den jeweils religiösen Grundlagen diskutiert. Der Band ist aus einer interdisziplinären Tagung des Max Weber-Kollegs der Universität Erfurt im Juli 2001 hervorgegangen.

Wolfgang Schluchter
Grußwort
Hans G. Nutzinger
Zur Einleitung

Teil I: Grundsatzfragen

Hans G. Kippenberg
Handlungsrationalität im Lichte von Webers »Religösen Gemeinschaften«
Bettina Hollstein
Kann man mit Max Weber den Transformationsprozess in China besser verstehen?
Michael Schramm
Der Apfel und der Stamm - Moderne Wirtschaft und christliche Religion
Reinhard Zöllner
Religiöse und kulturelle Prägungen in Ostasien in historischer Dimension

Teil II: Gegenwart und Zukunft Chinas

Karl-Heinz Pohl
Chinesische und asiatische Werte
Barbara Krug
Kultur und wirtschaftliche Entwicklung in China
Stephan Märkt
Gesellschaftliche Ordnungen und wirtschaftliche Beziehungen in China

Teil III: Über China hinaus

Mi-Yong Lee und Reiner Manstetten
Zugehörigkeit und wirtschaftliches Handeln in Südkorea
Hans-Joachim Bieber
Zum Verhältnis religiöser und kultureller Traditionen und Wirtschaft in Indien
Stephan Panther
Sozialkapital und Religion - das Beispiel China
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2003 ()

"... hat Hans Nutzinger ... zahlreiche Beiträge gesammelt, deren Autoren sich nicht immer ganz zielstrebig, aber auf hohem Niveau den kulturellen Voraussetzungen für die marktwirtschaftliche Transformation in China im speziellen und Asien im allgemeinen befassen. Die Fragen kulturellen Sozialkapitals, die Rolle der Religion, die Frage nach der Bedeutung echter und vermeintlicher 'asian values' und vieles andere mehr besprechen die Autoren in faktenkundiger Weise ... Daß dabei nicht immer ganz klar eine wirtschaftliche Transformationsstrategie sichtbar wird, liegt daran, daß die Autoren vielleicht zu ehrgeizig waren und bei ihrer Suche nach dem kulturellen Unterbau der Ökonomie ein wenig die Ökonomie selbst vergessen haben. Wer aber die Voraussetzungen für eine solche Strategie sucht, der findet in diesem durchaus interessanten Band viele schöne Anregungen."

Wirtschaft und Gesellschaft, 3/2003, S. 473-479 ()

"... Versucht man die Ergebnisse dieses hoch interessanten und wertvollen Buches zusammenzufassen, dann resultiert daraus etwa Folgendes: Die sich durch Jahrhunderte in Europa entwickelnde Institutionenstruktur mit gesellschaftlicher Hochschätzung der - physischen - Arbeit, freien, gebildeten, verantwortungsbereiten, initiativen und selbstbewussten Bürgern mit technisch-wissenschaftlicher Ausprägung ihres Denkens, der Existenz einer 'scientific community', welche die Forschung permanent vorantreibt sowie mit Unternehmern, die ihr Einkommen durch ständiges Bestreben, die Kosten zu senken und dazu den Technischen Fortschritt einzusetzen, maximieren wollen, stellt die Voraussetzung für ein industriewirtschaftliches, kapitalistisches System dar.

Diese Institutionenstruktur kann von außereuropäischen Kulturen mit relativ geringen Implementationskosten übernommen werden, weil lediglich der Rückgriff auf ein sozusagen fertiges System erforderlich ist - Japan vollzog jenen Entwicklungsprozess in hundert Jahren, für welchen Europa ein Jahrtausend benötigte. Freilich ist es erforderlich, die Institutionen und Organisationen zu schaffen, welche diese Übernahme ermöglichen; etwa ein entsprechendes Ausbildungssystem und den Rechtsstaat. Allerdings bestehen, wie schon Max Weber feststellte, unterschiedliche Möglichkeiten zu einer solchen Übernahme, bedingt durch die vorhandene Institutionenstruktur, welche in ihrer historischen Entwicklung in hohem Maße religiös determiniert war. Und hier demonstriert der Sammelband, dass sich die konfuzianischen Institutionen als wertvoll für diesen Adaptationsprozess erweisen.

Zwar verhinderte u.a. der hierarchische und paternalistische Konfuzianismus die spontane Entstehung eines freien, unternehmerischen Bürgertums, doch zeigte sich am Beispiel der Auslandschinesen, dass in einer anderen institutionellen Umgebung ein solches relativ rasch entstand. Und zwar ein Unternehmertum, dass nicht nur tradierte Verhaltensweisen an den Tag legte, sondern durchaus dynamische. Die ursprüngliche Geringschätzung des Konfuzianismus für physische Arbeit und Handel wurde offenbar schon im 18. Jahrhundert überwunden. ...

Alles in allem ein Buch, an dem niemand, der sich mit den Problemen der Wirtschaftsentwiclung beschäftigt, vorbeigehen kann!" Da ist zunächst, neben der hohen Arbeitsmotivation, die Lernbereitschaft, welche die Übernahme des technischnaturwissenschaftlichen Wissens und Denkens erleichtert.


the author
Prof. Dr. Hans G. Nutzinger
Hans G. Nutzinger vertritt das Fachgebiet Theorie öffentlicher und privater Unternehmen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel. Von 2000-2003 Fellow am Max Weber Kolleg in Erfurt. [more titles]
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  • "... Wer aber die Voraussetzungen für eine solche Strategie sucht, der findet in diesem durchaus interessanten Band viele schöne Anregungen." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2003 more...
  • "... Versucht man die Ergebnisse dieses hoch interessanten und wertvollen Buches zusammenzufassen, dann resultiert daraus etwa Folgendes: ..."
    Wirtschaft und Gesellschaft, 3/2003, S. 473-479 more...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft-Bibliographie 1/2003, S. 440-441
  • Asien, April 2003, S. 126
  • actualidad bibliográfica de filosofia y teologia. selecciones de libros. Juni 2003, S. 141-142
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