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Friday, March 24, 2017
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Resozialisierung der ökonomischen Rationalität

"Jahrbuch Ökonomie und Gesellschaft"  · volume 26

350 pages ·  34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1107-3 (December 2014 )

 
 

In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wird ökonomische Rationalität mit dem Konzept des am egoistischen Selbstinteresse orientierten, nutzenmaximierenden Handelns gleichgesetzt. Diese verengte Auffassung ökonomischer Rationalität wird sowohl innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften als auch aus der Perspektive einer Philosophie der praktischen Rationalität seit längerer Zeit in Frage gestellt. Kritiker konstatieren dabei nicht nur, dass das Leitbild der HO-Rationalität zu einer methodologischen Engführung des wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Denkens geführt habe. Es habe vielmehr darüber hinaus in entscheidender Weise das Handeln realer Akteure beeinflusst und infolgedessen nicht unwesentlich zur Entstehung auch aktueller wirtschaftlicher Krisen beigetragen.

Die Beiträge des vorliegenden Bandes gehen zum einen der Frage nach, welche theoretischen und empirischen Unschärfen sich mit dem HO-Konzept ökonomischer Rationalität verbinden. Zum anderen wird betrachtet, welche disziplinären Optionen und Perspektiven für eine Revision des Rationalitätskonzepts innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften verfügbar sind.


Rationalitätsannahmen und sozialwissenschaftliche Methodologien - Thematische Einführung
Albert Löhr; Eckhard Burkatzki

I. Prolog zum Thema

Wissenschaftsgeschichtliches gegen ein "Akteurskonzept des Homo oecnonomicus (HO)"
Dieter Schneider

Gier als Tugend - Der HO und die Fiktion vom eigennützigen Handeln
Michael Aßländer


Wie die Wirtschaftswissenschaften sich der Ethik entledigten
Matthias Hühn

"Social Business" und der "Business Case" der CSR: Über postmoderne Metamorphosen des "kapitalistischen Geistes"
Dirk Raith
II. Ökonomische Rationalität und sozialwissenschaftliche Methodologie

Rationalität und Irrationalität ökonomischen Handelns: Wissenschaftstheoretisch-methodologische Fragen der Vermessung von Wirtschaft und Gesellschaft
Dieter Bögenhold

Modelle in der Ökonomik: Was sie zu leisten vermögen und welche Ansprüche an sie der Korrektur zu unterwerfen wären
Steffen Groß

Der Preis von Scheindiskursen - Thesen zum wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs um das Akteurskonzept des Homo oeconomicus
Benjamin Zips

III. Resozialisierung der ökonomischen Rationalität

Die Resozialisierung der ökonomischen Rationalität mit Hilfe des neopragmatistischen Ansatzes von Hans Joas
Bettina Hollstein

Entpsychologisierung der Wirtschaftswissenschaften als Möglichkeit zur Resozialisierung der ökonomischen Rationalität
Milena Valeva

Weltklugheit statt ökonomischer Rationalität - Ein theoretischer Bezugsrahmen für Unternehmen als Akteure gesellschaftlicher Transformation, zugleich ein Beitrag zur Aktualisierung des aristotelischen Phronesis-Konzeptes
Reinhard Pfriem

IV. Ökonomische Rationalität, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsethik

Handlungstheoretische Voraussetzungen der Nachhaltigkeitsforschung und der Homo oeconomicus
Michaela Haase; Christian Neuhäuser

Gewinnmaximierung als marktwirtschaftlich legitimes unternehmerisches Ziel? - Zur Konkretisierung marktwirtschaftlich legitimer Gewinnverfolgung am Beispiel der Steuerausweichgestaltung
Ute Schmiel, Heiko Hoßfeld

Die Resozialisierung des Homo Oeconomicus im Funktionsbereich Compliance: Die Norm als zentrales Analyseobjekt der betriebswirtschaftlichen Compliance-Forschung
Robert Holzmann; Patrick Ulrich

the authors
Univ.-Prof. Dr. rer. pol. habil. Albert Löhr
Albert Löhr geb. 1955, leitet seit 1.10.99 den Lehrstuhl für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft am IHI Zittau. Seit 1986 in vielfältigen Funktionen aktiv in der praxisorientierten wirtschaftsethischen Diskussion in Deutschland und Europa, so insbesondere als Vorstandsmitglied des European Business Ethics Network und des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (Vorsitzender seit 2001). [more titles]
Dr. Eckhard Burkatzki
Eckhard Burkatzki geb. 1965, ist seit dem 01.11.2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozialwissenschaften des Internationalen Hochschulinstituts (IHI) Zittau. Er engagiert sich hier u.a. in Lehrveranstaltungen zur Sozialtheorie sowie zur empirischen Methodenlehre. Seit 2006 Mitorganisator von Workshops und Tagungen des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik (DNWE, EBEN Germany). [more titles]
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