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Monday, August 21, 2017
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Ressourcenschutz

Bausteine für eine große Transformation

"Ökologie und Wirtschaftsforschung"  · volume 93

114 pages ·  14.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1040-3 (October 2013 )

 
 

Die Tragfähigkeit der Erde stößt an Grenzen, wenn neun Milliarden Menschen auf ihr leben. In einem geschlossenen System wie der Erde stehen nicht beliebig viele Ressourcen zur Verfügung. Die Menschheit muss daher einen Übergang in für alle verträgliche neu gestaltete Lebensformen finden. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von der großen Transformation. Die Transformation in eine energieeffiziente, klimaneutrale und durch geringeren Verbrauch natürlicher Ressourcen gekennzeichnete Gesellschaft muss jetzt beginnen, wenn wir eine tragfähige Basis für alle Menschen dieser Erde schaffen wollen.

Der vorliegende Essay enthält nach einer Analyse der Lage eine Reihe von Vorschlägen für die Politik, mit welchen Elementen man diese Transformation im Bereich der Schonung natürlicher Ressourcen ausgestalten kann. Insbesondere:

  • Einführung einer Baustoffsteuer
  • Staatlicher Aufkauf von gebrauchten Geräten, um sie bis zu einer hinreichend guten Wiedergewinnung vieler Elemente zwischenzulagern (staatliche Rohstoffreserve)
  • Zertifizierung von Rohstoffen im Sinne des "fair trades"
  • Stärkung der Produktrücknahmepflicht durch Bepfandung von Produkten
  • Ermäßigung der Mehrwertsteuer für gewollt privilegierte Waren oder Dienstleistungen
  • Einführung einer Produktressourcensteuer
  • Abgaben auf energieintensive oder besonders ressourcenverbrauchende Produkte, wenn Alternativprodukte auf dem Markt verfügbar sind
  • Steuerliche Anreize für Leasing- und Sharingmodelle
  • Verbot der Ausbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen
  • Aufnahme von internationalen Verhandlungen über Pro-Kopf-Ressourcenverbräuche mittels handelsfähigen Zertifikaten
Portal für Politikwissenschaft, veröffentlicht am 10.04.2014. ()

"Die Ressourcen unseres Planeten sind endlich - und damit ist das mit der Vorstellung eines beständigen linearen Wirtschaftswachstums so eine Sache. Dementsprechend sieht Michael Angrick die gegenwärtige Welt und ihre Gesellschaften vor einem tiefgreifenden Wandel stehen, dessen Konturen, geschweige denn dessen Bewältigung, alles andere als gewiss sind: "Wir wissen nur, dass wir einen gesellschaftlichen Umbruch bewerkstelligen müssen, wenn alle Menschen auf diesem Planeten ein menschenwürdiges Dasein haben sollen. Dazu ist es notwendig, unsere Energieversorgung auf erneuerbare Quellen umzustellen und unsere natürlichen Ressourcen zu schonen und nachhaltig zu bewirtschaften." (9) Angrick entwirft eine Gegenwartsdiagnose, verbunden mit dem Versuch, Lösungswege aus diesem - und das ist nicht als Kritik gemeint - eigentlich weithin bekannten, vielleicht aber nicht weithin akzeptierten Dilemma aufzuzeigen. Spannend sind Projektionen zu möglichen Umorientierungen in unserem gegenwärtigen Verhalten. Neben Überlegungen, endliche und noch dazu seltene Rohstoffe noch weitaus stärker als bisher zu recyceln und staatliche Maßnahmen zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus der Produktionskette (Abfallentsorgung) zu forcieren - etwa durch eine Pfandpflicht auf Mobiltelefone - geht es Angrick auch um ganz grundsätzliche Verhaltensänderungen bei den Konsumenten. Was beim Carsharing schon funktioniert, könnte durch eine entsprechend fördernde staatliche Steuerpolitik auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Zudem hätte die Industrie - wenn immer mehr Produkte geteilt und nicht gekauft würden - ein gestiegenes Interesse, langlebigere Produkte herzustellen, als das momentan der Fall ist. Man wird in der notwendigen Auseinandersetzung mit Angricks Ideen das Gesamtbild seiner Vorstellungen im Blick behalten müssen - nur so lässt sich seine auf Nachnutzung und Nachhaltigkeit ausgerichtete Teillösung für eine überlebensfähige Menschheit am Ende des 21. Jahrhunderts adäquat beurteilen. Als Desiderat bleibt indes die Frage, wie denn, angenommen die Politik würde sich zu entsprechenden Gesetzgebungen entschließen und die Industrie dem folgen, der Verbraucher - also jeder Einzelne von uns - zu einer Änderung seines Verhaltens zu bewegen wäre. Das ist die wirklich große Aufgabe - jenseits aller Teilprobleme."


the author
Dr. Michael Angrick
Michael Angrick Michael Angrick ist promovierter Diplom-Chemiker und nach Tätigkeiten in der Industrie und einer Forschungseinrichtung seit 1996 Mitarbeiter im Umweltbundesamt. Von 2010 bis 2015 leitete er den Fachbereich „Nachhaltige Produktion und Produkte, Kreislaufwirtschaft“, seit August 2015 leitet er die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. [more titles]
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