Adelheid Biesecker, Sabine Hofmeister
24 Seiten · 5,71 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der herausgeber:
Adelheid Biesecker und Sabine Hofmeister beschränken sich nicht auf eine Weiterentwicklung von Ott und Dörings Naturkapitaldefinition. Sie sprechen sich dafür aus, den Begriff ‚Naturkapital‘ ganz aufzugeben und stattdessen den Begriff ‚Naturproduktivität‘ zu verwenden. Im Begriff ‚Naturkapital‘ bleibe das Trennungsverhältnis Gesellschaft versus Natur grundsätzlich erhalten. Natur sei aber aktiv am Wirtschaftsgeschehen beteiligt. ‚Natur‘ sei dabei zugleich Ausgangspunkt (Produktivität) und Ergebnis (Produkt) des (Re)Produktionsprozesses. Dies treffe jedoch nicht nur auf Natur zu, sondern auch auf die sozial Frauen zugewiesene Sorgearbeit. Die ‚blinden Flecken‘ industriekapitalistischer Marktökonomie seien damit zweifach verortet: Sozial weibliche Tätigkeit wird ebenso wie die ökologische Produktivität der lebendigen Natur als ‚Reproduktivität‘ aus dem Ökonomischen ausgegrenzt. Erfolgt unser Wirtschaften nach dem Modus industriekapitalistischer Ökonomie, so wird laut Biesecker und Hofmeister die Basis für zukünftiges Leben untergraben. Eine Theorie der Nachhaltigkeit müsse daher das Ökonomische als ein konsistentes Vermittlungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Natur begreifen. Dies könne aber nur auf Basis des Begriffs ‚Naturproduktivität‘ in der Vermittlung mit einem erweiterten Begriff von Arbeitsproduktivität gelingen.