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Monday, November 20, 2017
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Starke Nachhaltigkeit im interkulturellen Kontext

Theoretische Überlegungen und praktische Implikationen am Beispiel des Tourismus in der VR China

"Beiträge zur Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit"  · volume 6

459 pages ·  44.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1063-2 (June 2014 )

 
 
Eine Transformation zur Nachhaltigkeit ist letztlich nur als globales Projekt denkbar. Zum einen greifen nationale Kategorien im Kontext globalisierter Konsum- und Produktionsprozesse zu kurz, zum anderen ist eine auf den Wandel gängiger Wirtschafts- und Lebensweisen ausgelegte Entwicklung nicht allein im begrenzten Rahmen nationalstaatlicher Strategien zu leisten. Ausgehend von der Prämisse, dass Zielvorstellungen bezüglich einer nachhaltigen Entwicklung daher nicht sinnvoll als kulturabhängige Variablen zu bestimmen sind, geht die Autorin mit Blick auf China der Frage nach, inwieweit die Idee starker Nachhaltigkeit außerhalb westlicher Kulturräume Akzeptanz erwarten kann. Der Fokus der Untersuchung auf die VR China entspricht dabei nicht nur ihrer Relevanz im Nachhaltigkeitsdiskurs als einem der Hauptverursacher sowie einem der wesentlichen Leidtragenden zunehmender Umweltverschmutzung, sondern ebenso der Rolle der chinesischen Kultur als Kontrastfolie zu westlichen Wertesystemen. Als mögliche Grundlage für eine im Hinblick auf den chinesischen Kulturraum anschlussfähige Nachhaltigkeitskonzeption wird die Theorie starker Nachhaltigkeit, die Konrad Ott und Ralf Döring in ihrem Buch "Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit" (2004, 3. Aufl. 2011) entwickelt haben, diskutiert. Auf dieser Basis werden im umsetzungsorientierten Teil des Buches Handlungsspielräume zur Ausnutzung wirtschaftlicher Potenziale für soziale und ökologische Ziele in der Rahmung einer Konzeption starker Nachhaltigkeit ausgelotet. Als Anwendungsfall dient der Tourismus, dem häufig erhebliche Erwartungen hinsichtlich einer Vereinbarkeit von ökologischer und sozialer Verträglichkeit mit ökonomischer Profitabilität entgegengebracht werden. Am Beispiel der chinesischen Reiseindustrie werden Möglichkeiten und Grenzen einer Entwicklung des Tourismus im Sinne des Umweltschutzes und der Armutsbekämpfung und damit seiner Instrumentalisierbarkeit für eine zukunftsfähige Entwicklung aufgezeigt.
Fachbuchjournal, 3/2015, S. 72 ()

"Nach einer sehr umfangreichen Diskussion des Nachhaltigkeitsbegriffs im Kontext chinesischen kulturellen Selbstverständnisses befasst sich das dritte Kapitel mit der bisherigen Entwicklung des Tourismus in China und leitet hin zu der im Anschlusskapitel gestellten Frage nach den Möglichkeiten und Chancen der Verknüpfung eines globalen Nachhaltigkeitsdiskurses mit realen Möglichkeiten einer den Prinzipien starker Nachhaltigkeit genügenden wachsenden Tourismusindustrie in China. Auch wenn das Ergebnis wenig optimistisch formuliert wird, muss sich eine auf die Zukunft gerichtete Planung der Tourismusindustrie mit den Überlegungen dieser Studie konfrontieren."

Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38493-starke-nachhaltigkeit-im-interkulturellen-kontext_46699, veröffentlicht am 04.06.2015. ()

"Kann der Tourismus als 'Instrument einer nachhaltigen Entwicklung' (27) dienen? Die Autorin knüpft mit dieser Frage an die Debatte an, in der seit den 1990er‑Jahren die Nachhaltigkeit mit Blick auf den globalen Natur‑ und Ressourcenschutz zu einem Kernbegriff avanciert ist. In der gezielten Zusammenschau ökonomischer, sozialer und ökologischer Aspekte gilt es demnach, gesellschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten zu implementieren, die hinsichtlich ihrer Konsequenzen die Lebenschancen folgender Generationen möglichst nicht belasten. Die Theorie starker Nachhaltigkeit, auf die sich die Autorin stützt, wurde von Konrad Ott und Ralf Döring an der Universität Greifswald entwickelt und versteht sich als universeller, intersubjektiv zustimmungsfähiger Ansatz. Er ruht hinsichtlich seiner Zielsetzung auf drei Säulen: dem 'Schaffen inter‑ und intragenerationeller Gerechtigkeit[,] [dem] Erfüllen von Grundbedürfnissen bzw. [dem] Erreichen einer angemessenen Lebensqualität [und dem] Bewahren der ökologischen Tragfähigkeit' (24). Aus dieser Perspektive der starken Nachhaltigkeit analysiert Ulrike Solmecke die Tourismusindustrie in China. Dabei zeichnet sie nicht nur die politischen Erwartungen an die touristische Erschließung des Landes nach, sondern auch die aus dieser Erschließung resultierenden vielschichtigen und mitunter einander widerstreitenden Konsequenzen - von verstärktem Platzbedarf über den Naturschutz bis hin zur Armutsbekämpfung. Was die Policy‑Dimension ihrer Analyse anbetrifft, kommt Solmecke insgesamt zu einem ernüchternden Ergebnis: Tourismus, der gleichzeitig als ökonomische Wachstumsstrategie und als Instrument nachhaltiger Entwicklung begriffen werde, beinhalte nicht auflösbare Widersprüche. Erforderliche Anpassungen, wie etwa die Abkehr von einem rein monetär bemessenen Armutsverständnis, die für eine tatsächlich nachhaltige Gestaltung der Tourismusindustrie erforderlich wären, seien bisher aber ausgeblieben - nicht nur in China, sondern auch auf globaler Ebene."


the author
Dr. Ulrike Solmecke
Ulrike Solmecke Studium der Sinologie (Sprache und Literatur Chinas, Wirtschaft Ostasiens und Politische Wissenschaft) an der Ruhr-Universität Bochum, der Fu-Jen Universität Taipei und der School of Oriental and African Studies London, Berufstätigkeit in verschiedenen Unternehmen als Koordinationsleiterin Asien bzw. Exportleiterin und als Lehrkraft für Chinesisch in der Oberstufe, 2013 Promotion an der Fakultät für Ostasienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, dort zurzeit Senior Researcher am Lehrstuhl für Politik Ostasiens.
known reviews by the publisher
  • "muss sich eine auf die Zukunft gerichtete Planung der Tourismusindustrie mit den Überlegungen dieser Studie konfrontieren." ...
    Fachbuchjournal, 3/2015, S. 72 more...
  • "ernüchterndes Ergebnis" ...
    Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38493-starke-nachhaltigkeit-im-interkulturellen-kontext_46699, veröffentlicht am 04.06.2015. more...
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