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Thursday, December 14, 2017
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Stoffstromanalyse und Stoffstromsteuerung im Bereich der Bioenergie
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Stoffstromanalyse und Stoffstromsteuerung im Bereich der Bioenergie

29 pages · 7.26 EUR
(September 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Die Nutzung erneuerbarer Energien aus Biomasse gilt weithin als Hoffnungsträger. Einerseits verspricht sie klimapolitisch eine deutliche Reduktion der Treibhausgase bei der Befriedigung eines weltweit wachsenden Energiebedarfs. Zugleich erschließt sie aber dringend benötigte zusätzliche, regenerative Energiequellen, die – anders als die erneuerbaren Energien aus Sonne und Wind – sogar jederzeit verfügbar und vielfältig einsetzbar sind: für Strom- und Wärmeproduktion ebenso wie für Kraftstoffe. Ganz nebenbei wird die Abhängigkeit von knapper werdenden fossilen Rohstoffen und die Gefahr drohender Preissprünge gemindert. Die traditionelle Land- und Forstwirtschaft erhofft sich von Bioenergiemärkten einen neuen Nachfrageschub, und die staatliche Wirtschaftspolitik wittert Exportchancen für Biomassetechnologie sowie neue Wertschöpfungsquellen für strukturschwache ländliche Räume. Bioenergie scheint sich auf diese Weise als strategisches Pfund der Umweltpolitik ebenso aufzudrängen wie der Energiepolitik und der Agrar- und Regionalpolitik. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die deutsche und europäische Politik in den letzten Jahren die Zeichen auf massiven Ausbau der Bioenergienutzung gestellt hatte.

Doch das Bild von der Wunderwaffe der Klima- und Energiepolitik hat empfindliche Kratzer bekommen: Bioenergie steht plötzlich in der Kritik, durch Umwidmung agrarischer Produktionsfaktoren für die Energiebereitstellung die Ernährungssicherheit einer wachsenden Weltbevölkerung zu gefährden. Darüber hinaus drohen bei ungesteuerter Bioenergiebereitstellung globale Landnutzungsänderungen, die wichtige ökologische Schutzgüter wie Biodiversität, Wasserhaushalt und Bodenintegrität sowie die sozioökonomischen Lebensbedingungen der Menschen in den Bioenergieregionen beeinträchtigen können. Ja selbst die vorschnell vorausgesetzte Klimaneutralität energetischer Biomasse-Nutzung steht dahin, soweit die Flächenumnutzung für den Anbau von Energiepflanzen und deren anschließende Verarbeitung mehr CO2 freisetzen, als gleichzeitig gegenüber fossilen Brennstoffen bei der energetischen Nutzung eingespart werden kann.

Indonesisches Palmöl, das auf ehemaligen Regenwaldstandorten gewonnen und hierzulande als Bio-Diesel verfeuert wird – und überdies noch den dringend nötigen Wandel hin zur Elektromobilität verzögert –, wurde zum Inbegriff einer verfehlten Bioenergie-Politik.


quotable essay from ...
Methoden der Stoffstromanalyse
Frank Beckenbach, Arnd I. Urban (Hg.):
Methoden der Stoffstromanalyse
the author
Prof. Dr. Erik Gawel
Erik Gawel

geb. 1963, ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Institutionenökonomische Umweltforschung, sowie Leiter des Departments Ökonomie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig. Ferner ist er Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig. Seine Forschungsgebiete sind die Finanzwissenschaft, die Umwelt- und Energieökonomik sowie die Institutionenökonomik, darunter insbesondere die Governance von Bioenergie-Stoffströmen. Er wirkt als Ökonom mit beim neuen UFZ-Department Bioenergie, dessen Aufbau und enge Vernetzung mit dem Deutschen Biomasse-ForschungsZentrum (DBFZ) bis Ende 2014 mit einer Anschubfinanzierung der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert wird.

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