Hagen Krämer
26 Seiten · 4,80 EUR
(November 2008)
Aus der Einleitung:
Die Lohnquote weist in Deutschland, wie auch in vielen anderen entwickelten Ländern, seit geraumer Zeit eine rückläufige Tendenz auf; diese hat sich in den letzten Jahren noch beschleunigt. Dieser empirische Befund stellt einen aktuellen Anlass dar, sich etwas genauer mit der Einkommensverteilung zu beschäftigen – ein Thema, mit dem sich auch Jürgen Kromphardt in seinen wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder intensiv befasst hat. Insbesondere haben ihn dabei Fragenstellungen beschäftigt, die die funktionale bzw. die institutionelle Einkommensverteilung betreffen. Verteilungsfragen, die über längere Zeit etwas aus dem Fokus des Interesses gerückt waren, erhalten aus verschiedenen Gründen in der öffentlichen wie auch in der wissenschaftlichen Diskussion in jüngster Zeit wieder eine erhöhte Aufmerksamkeit. Eine Reihe von aktuellen Studien dokumentiert die zunehmende Ungleichheit in der personellen Einkommensverteilung. Aber es wird auch immer häufiger darauf hingewiesen, dass die in den vergangenen Jahren erwirtschafteten Wohlstandsgewinne ungleichmäßig auf die Produktionsfaktoren verteilt würden und sich so die funktionale Einkommensverteilung seit geraumer Zeit stark verändere. Während Kapitalbesitzer relativ hohe Einkommenszuwächse erzielten, würden die Bezieher von Arbeitseinkommen gar nicht oder nur relativ wenig am ohnehin schon geringen Wachstum des Sozialprodukts partizipieren.