Katja Rietzler / Rudolf Zwiener
19 Seiten · 6,43 EUR
(Februar 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Um den gesamtwirtschaftlich bedeutsamen Aspekt der Ungleichverteilung der Einkommen drehen sich die Ausführungen von Rietzler / Zwiener; im Zentrum stehen die Strukturveränderungen in der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Die verschiedenen Reformen in diesem Bereich haben dazu geführt, dass die Renteneinkommen bei kaum veränderten Beitragssätzen fast gar nicht gestiegen und hinter der ? schon kümmerlichen ? Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen zurückgeblieben sind. Daher konnten die Rentenbezieher wenig bis gar nichts zum Anstieg der Konsumgüternachfrage beitragen (durch höhere Beitragssätze wären allerdings die verfügbaren Arbeitnehmereinkommen reduziert worden). Vor allem aber führte die gleichzeitige Schaffung einer kapitalgedeckten ergänzenden Vorsorge (Riester-Rente) dazu, dass die abhängig Beschäftigten angehalten wurden, für diese Aufbesserung ihrer Altersbezüge bereits in der Erwerbsphase Geldvermögen zu akkumulieren. Soweit diese Ersparnisse zusätzlich gebildet werden, verringern sie den Konsum aus Lohneinkommen, beeinträchtigen also die Binnennachfrage.
Rietzler / Zwiener konstatieren eine zunehmende Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland, was diese Vermutung stützt, und sie plädieren aus diesem (und aus anderen Gründen) für eine Rückkehr zum reinen Umlagesystem.