Sven Grzebeta
27 Seiten · 6,35 EUR
(November 2007)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Zu Beginn dieses Buchabschnitts skizziert Sven Grzebeta grundsätzliche Relationen von Temporalität an den Finanzmärkten am Beispiel der Börse und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung. Seine These lautet, dass Börsen-Zeit historisch kontingent ist und jede Börse ihre eigene Zeit produziert, konsumiert und transformiert. Eine wichtige Rolle spielen dabei neben der technologischen und organisationalen Rahmung des Handelsgeschehens auch (teilweise gegenläufige) Tendenzen der Professionalisierung und Ästhetisierung der Börse: während einerseits der Arkanbereich der Börsen-Zeit in zunehmendem Maße Finanzmarktprofessionelle und automatisierte Handelssysteme gegenüber Kleinanleger/-innen bevorteilt, stellt doch andererseits die massenmediale, ubiquitäre Repräsentation der Börse ein Indiz dafür dar, dass dieser Handelsplatz und seine Zeitregime sich einen festen Platz in der Imagination moderner Gesellschaften erobert haben.