Joachim Becker und Oliver Schwank
30 Seiten · 5,85 EUR
(November 2009)
Aus der Einleitung:
Der Beitrag „Theorien zum peripheren Kapitalismus“ stellt theoretische Ansätze dar, deren Gegenstand kapitalistische Entwicklungsmuster in der Peripherie sind. Diese sind gekennzeichnet durch ihre Auseinandersetzung mit den historischen Wurzeln der dialektischen Beziehungen von Entwicklung in Zentrum und Peripherie, den asymmetrischen Beziehungen zwischen Nord und Süd, den spezifischen Faktoren von Krisen und Zyklen in der Peripherie sowie den Optionen zur Überwindung peripherer Entwicklungsmuster. Nach einem kurzen historischen Überblick werden zunächst sehr politikorientierte Denkschulen – der Cepalismus und Neo-Desenvolvimentismo sowie die Debatten zum ostasiatischen Entwicklungsstaat – vorgestellt, danach der stärker systemkritische und breiter sozioökonomische Ansatz der Dependenztheorie. Während erstere die Produktionsstruktur peripherer Länder und damit verbunden die Forderung nach ihrer eigenständigen industriellen Entwicklung in den Vordergrund rückten, suchte die Dependenztheorie nach Abhängigkeitsmustern zwischen Zentrum und Peripherie und nach Wegen, diese zu durchbrechen.