Lorenz Jarass
34 Seiten · 7,98 EUR
(September 2006)
Aus der Einleitung des Herausgebers:
Skeptisch hinsichtlich der Notwendigkeit weiterer Steuerentlastungen für Unternehmen äußert sich Lorenz Jarass. Ausgehend von den seiner Ansicht nach wesentlichen Fehlentwicklungen des deutschen Unternehmenssteuersystems entwickelt er ein eigenes Reformmodell. Das deutsche Unternehmenssteuersystem privilegiere steuerlich global wirtschaftende Konzerne gegenüber mittelständischen, auf den deutschen Markt konzentrierten Unternehmen. Es subventioniere steuerlich den Export von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer und den Aufkauf deutscher Firmen durch internationale Fonds. Diese Fehlentwicklungen führten zu dramatischen Steuereinbrüchen. Sie könnten systematisch und ohne Einzelfallregelungen nur durch eine Besteuerung des gesamten in Deutschland erwirtschafteten Kapitalentgelts behoben werden. Bei einer gleichmäßigen Besteuerung der in Deutschland erwirtschafteten Kapitalentgelte werde die Gefahr einer weiteren Abwanderung in das derzeit steuergünstigere Ausland durch die möglich werdende aufkommensneutrale Senkung der nominalen Steuersätze verringert. Die neue Bemessungsgrundlage könne von einem einzelnen Land EU-konform eingeführt werden. In Deutschland biete sich der Ausbau der Gewerbesteuer bei anschließender Senkung des Körperschaftsteuersatzes an.