Kai Eicker-Wolf, Achim Truger
48 Seiten · 8,28 EUR
(September 2006)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Kai Eicker-Wolf und Achim Truger befassen sich mit der makroökonomischen Entwicklung Deutschlands im internationalen Vergleich. In ihrem Beitrag zeigen sie, dass die deutsche Wachstums- und Beschäftigungskrise entgegen der vorherrschenden Meinung nicht auf 'strukturelle' Faktoren, d. h. auf einen überregulierten Arbeitsmarkt und zu großzügige staatliche Sozialsysteme zurückgeführt werden kann. Das schlechte Abschneiden der deutschen Wirtschaft insbesondere seit 2001 lasse sich vielmehr überzeugend durch makroökonomische Fehlentwicklungen erklären. Die Wirtschaftspolitik der großen Koalition halte trotz einiger positiver Elemente im Detail die falsche makroökonomische Grundausrichtung bei. Mit der drastischen Verschärfung des Konsolidierungskurses im Jahr 2007 gehe sie das hohe Risiko ein, den beginnenden Aufschwung erneut abzuwürgen und die Stagnationskrise in Deutschland um weitere Jahre zu verlängern. Erforderlich sei daher ein makropolitisches Umsteuern, d. h. eine expansivere Geld- und Finanzpolitik und eine stabilisierende Lohnentwicklung. Mittel- bis langfristig bedürfe es dafür einer Neuausrichtung des wirtschaftspolitischen Regimes auf europäischer Ebene. Bis dahin blieben vor allem der deutschen Finanzpolitik genug Spielräume für eine expansivere Ausrichtung, ohne mittelfristig das Ziel der Haushaltskonsolidierung zu beeinträchtigen.