Heinz D. Kurz
27 Seiten · 4,81 EUR
(Mai 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Heinz D. Kurz setzt sich in seinem Beitrag mit den Irrungen und Wirrungen des neoklassischen Paradigmas in den Wirtschaftswissenschaften auseinander, die angesichts der jüngsten Weltwirtschaftskrise offenkundig geworden sind und zu etlichen kritischen Nachfragen auch außerhalb der Fachöffentlichkeit geführt haben. Das Versagen von maßgeblichen Teilen der Ökonomik, vor allem der vorherrschenden Makroökonomik und der Finanztheorie, lässt sich wesentlich auf die einflussreiche Sichtweise der "Chicago School" zurückführen, die nach dem Ende des keynesianischen Zeitalters ab den 1970er Jahren zur führenden Lehre wurde. Insbesondere Robert Lucas jr. leistete wichtige Beiträge dafür, dass die "New Classical Economics" mit ihren Annahmen von rationalen Erwartungen, repräsentativen Agenten und der Hypothese der Markteffizienz das keynesianischen Gedankengut marginalisierte. Kurz widmet sich daher ausführlich Lucas? Ansichten, die er mit den Lehren aus der empirischen Entwicklung im Zuge der Krise in Kontrast setzt. Da mit dem Paradigma der Klassiker der Politischen Ökonomie eine andere, überlegene wirtschaftstheoretische Konzeption existiert, lässt Kurz die klassische Aussage von Thomas Carlyle nicht gelten, dass die Ökonomik generell eine "elende Wissenschaft" sei.