Christian Hey
18 Seiten · 4,91 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Christian Hey reflektiert in seinem Beitrag den Weg einer Theorie starker Nachhaltigkeit in die Politik. Zuerst zeichnet er die Spuren starker Nachhaltigkeit in den Nachhaltigkeitsstrategien der EU und Deutschland nach. Grundsätzlich habe sich im politischen Diskurs zwar das ‚Drei-Säulen-Modell‘ von Nachhaltigkeit durchgesetzt, es ließen sich aber in den Nachhaltigkeitsstrategien auch Kernargumente einer starken Nachhaltigkeit wiederfinden. Auf theoretischer Ebene erkenne die Nachhaltigkeitsstrategie der EU immerhin die Notwendigkeit von Grenzen der Nutzung von Naturkapital an, ohne jedoch den Bezug zur internationalen Gerechtigkeit zu thematisieren. Der Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie lasse sogar eine deutliche Wendung hin zur starken Nachhaltigkeit erkennen. In beiden Nachhaltigkeitsstrategien sind laut Hey jedoch Mängel in der Übersetzung in politische Handlungsanweisungen vorhanden. Beiden komme daher nur eine begrenzte Steuerungsfähigkeit zu. Sie hätten zwar eine wichtige Funktion in einem europäischen Konsensfindungs- und Diskussionsprozess, bündelten letztlich aber nur, was auf unteren Ebenen der politischen Aushandlung bereits beschlossen worden sei. Bei den notwendigen Bemühungen starke Nachhaltigkeit in politischen Handlungsprogrammen zu verankern, beurteilt Hey daher bottom-up-Prozesse als besonders wichtig.