Hans Diefenbacher
21 Seiten · 5,27 EUR
(September 2007)
Aus der Einleitung:
Eine ganze Tagung über Wachstum. Es ist nicht die erste in den letzten fünfzig Jahren, und es wird für die nächsten Jahre auch nicht die letzte sein. Im Folgenden möchte ich eine im Grunde ziemlich triviale These umkreisen und einige ihrer Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven ausleuchten. Ich steuere nicht geradewegs auf das Thema zu, sondern umkreise, umgehe es; der Umgang war im Mittelalter auch ein Begriff für eine Prozession.
Die These lautet: Das Wachstum, das in der Form der Wachstumrate des realen, also preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts zum alles beherrschenden Ziel der Politik und der Wirtschaft geworden ist, ist ein Phantom der Statistik und als Leitziel einer zukunftsfähigen Gesellschaft nicht geeignet, oft sogar konträr zu deren Entwicklung.
Zu dieser These gibt es eine Neben-These: Es ist eine historische Schuld der Wirtschaftswissenschaften, dass ihr Mainstream sich dieser Erkenntnis verweigert und sich auch die Dissidenten, die sich der ökologisch orientierten Ökonomie zurechnen, der notwendigen Auseinandersetzung nicht in ausreichender Weise gestellt haben.
Der Verfasser dieses Beitrags schließt sich selbst in diese letzte Gruppe der Kritisierten mit ein.