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Monday, November 20, 2017
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Wachstumsmarkt Gesundheit - Hoffnungsträger oder Schreckgespenst
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Wachstumsmarkt Gesundheit - Hoffnungsträger oder Schreckgespenst

27 pages · 3.98 EUR
(July 2008)

 
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Aus der Einleitung:

In den Zukunfts- und Standortdiskussionen, die seit Mitte der neunziger Jahre in den westlichen Industrieländern geführt werden, hat die Gesundheitspolitik einen schweren Stand. Ausgaben in diesem Bereich gelten vornehmlich als Kostenfaktor, der die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt, deshalb sie rasch und durchgreifend reduziert werden sollten. Die hohe Bedeutung des Gesundheitssektors als Wirtschaftsfaktor und Motor für Innovation, Beschäftigung und Lebensqualität findet in den öffentlichen Debatten demgegenüber nur selten Erwähnung.

Dabei sind die Fakten bereits heute eindrucksvoll. Schätzungen zufolge sollen sich die weltweiten Gesundheitsausgaben von heute knapp 3.000 Mrd. US-$ bis zum Jahr 2050 real nahezu verdoppeln. Auch in Deutschland belegt der Blick auf die Entwicklung der Gesundheitsausgaben einen eindeutigen Trend. Sie stiegen von rund 157 Mrd. ? im Jahr 1992 auf knapp 240 Mrd. ? im Jahr 2005, also um knapp 52 Prozent. Während das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum (nominal) nur um 36,3 Prozent stieg. Das überproportionale Wachstum im Gesundheitssektor ist also auch mit einem Strukturwandel zugunsten von Gesundheitsleistungen verbunden. Entsprechend stieg der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum von 9,6 Prozent auf 10,7 Prozent. Selbst die Beschäftigtenzahlen sind beeindruckend: Ende 2006 waren ca. 4,3 Mio. Menschen im Gesundheitswesen tätig. Allein zwischen 2005 und 2006 wuchs die Zahl der Beschäftigten um 0,8 Prozent.

Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht werden die gestiegenen Gesundheitsausgaben häufig vor allem als steigende Sozialversicherungsabgaben und damit als ein Wachstum der Lohnnebenkosten diskutiert. Entsprechend negativ schätzt man deren Wirkung auf die Wettbewerbsposition des Standorts Deutschland ein. Allerdings muss hierbei berücksichtigt werden, dass ein großer Teil der Gesundheitsausgaben sich nicht in den Lohnnebenkosten niederschlagen. Auch ist der Anteil der Gesundheitsausgaben an den Lohnnebenkosten nur gering. Im Gegensatz zur gesamtwirtschaftlichen Sicht wird bei sektorspezifischen Betrachtungen die wachsende Gesundheitsbranche häufig sehr positiv als Schlüsselbranche für die Zukunft des Standorts Deutschland gesehen.

Was sind die Ursachen für diese ambivalente Sicht der Wachstumsbranche Gesundheit? Ist das Gesundheitswesen wirklich der Wachstums- und Beschäftigungsmotor Deutschlands in der Zukunft? Was sind die Bestimmungsgründe für die Annahme vom Wachstumsmarkt Gesundheit? Last but not least sollen im Folgenden auch mögliche Ansatzpunkte für eine Mobilisierung dieses Wachstumsmarktes in Deutschland diskutiert werden.


quotable essay from ...
the author
Dr. Beate Männel

Referentin im Stabsbereich Verbandspolitik und Kommunikation des BKK Bundesverbandes. Arbeitsschwerpunkte: Gesundheitsökonomie, Sozialpolitik, Ordnungspolitik, Europapolitik, Institutionentheorie. Forschungsschwerpunkte: Sprache in der Ökonomie, Kognitionstheorie, evolutorische Ökonomik.

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