Lieske Voget
15 Seiten · 4,51 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Lieske Voget fragt in ihrem Beitrag, was es für eine Theorie starker Nachhaltigkeit bedeuten würde, den Fähigkeitenansatz von Martha Nussbaum ernst zu nehmen. Ott und Döring würden zwar der Gerechtigkeit gegenüber heutigen Generationen einen absoluten Standard nach Martha Nussbaums Fähigkeitenansatz zugrundelegen, diesen jedoch im Falle der intergenerationellen Gerechtigkeit um einen weitergehenden, egalitär-komparativen Standard ergänzen. Voget stellt dazu zwei Fragen: 1) Kann Lebensqualität, verstanden gemäß Nussbaums Fähigkeitenansatz, überhaupt sinnvoll gesteigert werden? 2) Was bedeutet es eigentlich mit dem egalitär-komparativen Standard zu fordern, es solle zukünftigen Generationen nicht schlechter gehen als uns? Bezüglich der ersten Frage kommt Voget zu dem Schluss, dass Nussbaum eine solche Steigerung zwar als möglich ansieht, Voget selbst jedoch diese Möglichkeit als unwahrscheinlich einschätzt. Bei der Beantwortung der zweiten Frage wirft sie Ott und Döring Unklarheit in der Bestimmung des „uns“ vor und merkt an, dass der egalitär-komparative Standard ihres Erachtens nur dann gelten solle, wenn alle aktuell lebenden Menschen bereits ein Leben führen können, welches mindestens dem absoluten Standard entspricht. Sie spricht sich damit für ein Primat des absoluten vor dem komparativen Standard aus.