Frank Deppe
23 Seiten · 6,40 EUR
(Juni 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Im letzten Beitrag ? er fungiert als eine Art Nachwort ? unternimmt Frank Deppe einen breiten Überblick über Entwürfe für eine humane Gesellschaftsordnung im 20. Jahrhundert. Hier habe sich ein reales Potential zur Emanzipation gezeigt, gleichzeitig wurden gewaltige destruktive Kräfte freigesetzt ? erkennbar an den drei großen Strömungen Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus. Im letzten Viertel des letzten Jahrhunderts habe sich ein "Erdrutsch" ereignet. Stichworte sind der Niedergang des Sozialismus, die Aufwertung (und Politisierung) der Religion, ein "postmodernes Denken" (auch als Kritik der großen Gesellschaftsentwürfe), ökologische Probleme und das "Ende der Arbeitsgesellschaft" (wie es Habermas postuliert hat). Deppe beschreibt diese Prozesse als Formen einer "Entgrenzung", bei der sich Märkte von Regeln und Kontrollen "entfesselt" haben. Formen dafür sind die Aufweichung nationalstaatlicher Souveränitäten, die behauptete Überlegenheit "des Marktes" über Politik, eine Entgrenzung des öffentlichen Raumes, sowie der Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Heute ? nach der "Großen Krise" ? stehen sich Pessimisten (mit Katastrophenszenarien) und Optimisten (die an ein neues "Wirtschaftswunder" glauben) gegenüber. Die Verhinderung eines Negativszenarios bedarf nach Deppe einer "Rückkehr des Staates", d.h. einer Wiederaneignung des öffentlichen Raumes, wodurch die "imperialen" Tendenzen der vom Finanzkapital dominierten Wirtschaft zurückgedrängt werden sollen. Dabei gehe es auch um eine Neudefinition des Verhältnisses von nationaler Souveränität und der Kompetenz und Handlungsfähigkeit internationaler Organisationen.