Fritz Helmedag
18 Seiten · 5,10 EUR
(August 2005)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Kaufkraft- und Kostenargument der Löhne gehören zur Standardausrüstung der Ökonomen, an denen sich scheinbar die (paradigmatischen) Geister scheiden: Allokationstheoretisch führen steigende Löhne zu sinkender Nachfrage nach dem Produktionsfaktor Arbeit. Nachfragetheoretisch führen höhere Löhne zu steigender Konsumnachfrage, Produktion und steigenden Einkommen und damit letztlich zu steigender Beschäftigung. Fritz Helmedag unterzieht diese Argumentationen einer kreislauftheoretischen Überprüfung. Dabei unterstellt er unterschiedliche Szenarien bezüglich der Verwendung verschiedener Einkommenskategorien (Lohn- bzw. Profiteinkommen) für den Konsum bzw. die funktionale Mischung der Akteurspositionen (Arbeitnehmer können gleichzeitig Kapitaleigentümer sein und somit Arbeits- und Gewinneinkommen beziehen). In allen Fällen ergibt sich die ‚Keynesianische Botschaft‘, dass die Profite der Unternehmer von den Investitionen bestimmt werden, wobei die Auswirkung variierender diskretionärer Ausgaben auf die funktionale Einkommensverteilung von der spezifischen Konstellation abhängt. Steigende Löhne erhöhen durchgängig das Volkseinkommen, unter realistischen Bedingungen (positive Sparquote der Lohnbezieher) verringern sich aber die Profite und – falls die diskretionären Ausgaben negativ darauf reagieren – letztlich könnten die Lohneinkommensbezieher sogar unter den Lohnsteigerungen leiden. Helmedag befürwortet deshalb das Konzept ‚fairer Löhne‘, womit der Verteilungskonflikt gemildert werden könnte.