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Saturday, November 1, 2014
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Carsten Neßhöver, Augustin Berghöfer, Silke Beck

Weltranglisten als Beratungsinstrumente für Umweltpolitik

Eine Einschätzung des Environmental Performance Index

"Ökologie und Wirtschaftsforschung" · volume 69

114 pages · 16.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-614-1 (August 2007)

 
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Description

Ranglisten von Staaten haben sich in den letzten Jahren als ein sehr wirksames Instrument erwiesen, um ein Thema in Öffentlichkeit und Politik zu lancieren. Dabei sind Ranglisten ein methodisch voraussetzungsreiches und aufwändiges Konstrukt, deren Interpretation bei genauerer Betrachtung erhebliche Schwierigkeiten aufwirft. Insbesondere gilt dies für das komplexe Feld der Umweltpolitik.

Der Environmental Performance Index (EPI), 2006 erstmals veröffentlicht, stellt sich dieser Aufgabe und versucht ein Ranking von Staaten im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit ihrer Umweltpolitik vorzulegen. Im Zusammenhang mit der eher schleppenden Implementierung der umweltrelevanten Aspekte der UN Millennium Entwicklungsziele ist dies positiv zu sehen. Der EPI reiht sich damit ein in die wachsende Gruppe von Instrumenten zur allgemeinen Umweltevaluierung, wie z.B. der Deutsche Umweltindex des Umweltbundesamtes oder der Report zum Zustand der Umwelt der Europäischen Umweltagentur.

Diese Instrumente weisen durchaus konzeptionelle Unterschiede auf, können an verschiedenen Punkten tief schürfend sein, einfach oder genau. Mit Hilfe von Ranglisten auf Basis von zusammengesetzten Indikatorwerten - wie dem EPI - sollen komplizierte Sachverhalte zugleich wissenschaftlich genau und einfach dargestellt werden.

In der vorliegenden Studie wird untersucht, inwieweit es dem Environmental Performance Index gelungen ist, dieses Ziel zu erreichen, und wie dieses Unterfangen noch verbessert werden könnte. Entscheidend ist dabei stets die Zuverlässigkeit der Aussagen, sowohl für die Qualität der Politikberatung, als auch langfristig für die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft selbst. Angesichts der erforderlichen Einfachheit verstehen wir unter Zuverlässigkeit auch die Nachvollziehbarkeit des Prozesses, mit dem komplexe Situationen in einzelne Kennzahlen transformiert werden.

Komplexe Sachverhalte einfach und genau zu vermitteln, ist eine der wesentlichen Herausforderungen für problemorientierte und transdisziplinäre Wissenschaften. Diese Studie soll im Bereich der Umweltpolitik einen Beitrag dazu leisten.

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Zeitschrift für Politikwissenschaft, Online 26.3.2008 ()  [ to top ]

"Mit dem 2006 erstmals vorgestellten Environmental Performance Index (EPI) soll die Leistungsfähigkeit der Umweltpolitik von 133 Ländern erfasst werden. 16 Indikatoren aus sechs verschiedenen umweltpolitischen Handlungsfeldern werden zu einem Gesamtranking zusammengefasst und an politisch festgelegten Zielwerten gemessen. Wie mit allen Rankings und Indizes sollen auch mit dem EPI komplexe Sachverhalte möglichst einfach und dazu noch wissenschaftlich genau dargestellt werden. Der EPI soll für die Politik verschiedene Funktionen wie Information, Orientierung und ggf. Warnung sowie Leistungsvergleich und Erfolgskontrolle erfüllen. Er ist ein methodisch voraussetzungsvolles Unterfangen und seine Interpretation ist zum Teil mit erheblichen Problemen verbunden, schreiben die Autoren und zeigen auf, dass ein Vergleich des EPI mit anderen umweltrelevanten Indizes zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Sie fragen, ob der EPI seinen Zielen gerecht werden kann und nehmen eine inhaltliche und methodisch-konzeptionelle Analyse vor. Sie diskutieren die Aussagekraft, Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Daten, wobei sie gesondert auf die Ergebnisse des EPI für Deutschland (Platz 22 von 133) eingehen und das Problem der internationalen Vergleichbarkeit beispielhaft erläutern. Zwar sei der EPI "gut geeignet, um das 'große Bild' zu entwerfen, und auf diese Weise politisch Aufmerksamkeit zu erzeugen" (105), allerdings seien die Ergebnisse nicht eindeutig interpretierbar und ließen eine Vielzahl von Schlüssen zu. Damit seien die Glaubwürdigkeit und Aussagekraft erheblich beeinträchtigt. Für Deutschland bringe der EPI keine neuen Erkenntnisse. Die Autoren empfehlen u. a. "eine regionale Differenzierung und Kontextualisierung [...], um den Besonderheiten in den verschiedenen Regionen der Welt besser Rechnung tragen zu können." Darüber hinaus stellen sie einen erheblichen Bedarf darin fest, "methodische und konzeptionelle Probleme überhaupt zu benennen und die Diskussion um die Probleme [...] offen zu führen (104). Über eine solide Analyse des EPI hinaus bietet die Studie eine anregende Auseinandersetzung mit der grundsätzlichen Problematik von Rankings."


the authors
Carsten Neßhöver
Carsten Neßhöver Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig-Halle
Silke Beck
Silke Beck Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig-Halle [more titles]
Augustin Berghöfer
Augustin Berghöfer Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig-Halle
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