B. Cornelia Friedrich (Lehmann-Waffenschmidt)
32 Seiten · 6,25 EUR
(August 2004)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Cornelia Friedrich behandelt in ihrem Beitrag die in letzter Zeit oft thematisierten Gegensätze zwischen der „Old Economy“ und der „New Economy“. Ziel ist es dabei, Marktstrukturevolutions-Regularitäten in den beiden Ökonomien aufzudecken. Ausgangspunkt ist ein Simulationsmodell mit einer Replikatordynamik als Selektionsmechanismus. Die Ergebnisse des Simulationsmodells werden genutzt, um unterschiedliche Hypothesen bezüglich der Unterschiede zwischen Old und New Economy zu diskutieren. Dabei geht es u.a. um die unterschiedliche Dynamik der Märkte, die Bedeutung technischen Fortschritts oder den Abbau von Friktionen und Eintrittsbarrieren durch die IKT. Daran anschließend werden die Simulationsdaten mit stilisierten Fakten von Marktstrukturevolutionen verglichen. Dabei kommt Friedrich zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Old und New Economy nicht um zwei unterschiedliche Ökonomien, sondern um temporäre Marktstrukturentwicklungsphasen in einem Industrielebenszyklus handele.
Alihan Kabalak analysiert das Simulationsmodell und setzt sich im Besonderen kritisch mit der Replikatordynamik und der daraus resultierenden Deterministik auseinander. Zentraler Kritikpunkt ist dabei die Abhängigkeit des Markterfolgs von der relativen Kapitalausstattung: somit hätten die anfänglich kapitalstärksten Unternehmen auch den größten Markterfolg. Weiterhin thematisiert er allgemein die Nutzung mathematischer Modelle in der Evolutorischen Ökonomik und die Bedingungen für die Nützlichkeit von Simulationsstudien.